Wahllexikon

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Hochschulwahlen

Hochschulwahlen sind Ausdruck der Hochschuldemokratie und sollen dazu beitragen, alle Hochschulgruppen an hochschulinternen Prozessen und Entscheidungen zu beteiligen. Demokratische Prozesse geben Studierenden, Mitarbeitern und Professoren einen Einfluss auf die Selbstverwaltung der Universität, indem sie von gewählten Vertretern in verschiedenen Gremien repräsentiert werden.

Die Rechtsgrundlage für Hochschulwahlen bilden das Hochschulrahmengesetz, die Hochschulgesetze der Bundesländer  und die Satzungen und Wahlordnungen der einzelnen Universitäten und Hochschulen.

Ursprünge in der Studentenbewegung der sechziger Jahre
Ihren Ursprung hat die Hochschuldemokratie in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als die Studentenbewegung das Autoritätsprinzip infrage stellte und gegen hierarchische Universitätsstrukturen protestierte. Allerdings hatten die Reformkräfte damit nur einen Teilerfolg errungen, da die angestrebte Stimmengleichheit von Professoren, Assistenten und Studierenden (Drittelparität) nicht erreicht wurde.

Viele unterschiedliche Wählergruppen und Gremien
Die zu wählenden Vertreter und die Gremien unterscheiden sich bei den unterschiedlichen Hochschulen und Universitäten. Typische Gremien sind beispielsweise die Studierendenschaft, das Studierendenparlament, der AstA, das Kuratorium, die Fachschaftsräte, die Fachbeiräte und der akademische Senat (Beispielgrafik Universität Pforzheim).

Die Besonderheit, dass die universitären Gremien unterschiedliche Aufgaben und daher auch unterschiedliche Besetzungen haben, macht Hochschulwahlen sehr komplex. Bestimmte Gruppen wählen ihre Vertreter in eigene Gremien, können aber durch ihre Wahl auch die Zusammensetzung anderer Gremien beeinflussen. Außerdem sind die Sitzverteilungen in einigen Gremien nicht proportional, sodass bestimmten Gruppen mehr Sitze zur Verfügung stehen als anderen. Daraus ergibt sich eine Vielzahl von unterschiedlichen Wählergruppen mit unterschiedlichen Stimmberechtigungen.

Online-Wahlen an Hochschulen

Seit einigen Jahren gehen immer mehr Universitäten und Hochschulen dazu über, ihre Gremienwahlen als Online-Wahlen oder als eine Kombination aus Online- und Brief- oder Präsenzwahl durchzuführen. Insbesondere die Anfertigung und die Auszählung der erforderlichen Stimmzettel entfallen bei der Online-Wahl der Hochschulgremien, sodass sich Kosten und administrative Aufwendungen einsparen lassen. Ebenfalls berichtet beispielsweise die Justus-Liebig-Universität Gießen in einem Artikel des Moritz-Magazins von einer Steigerung der Wahlbeteiligung um 68 % in einigen Wählergruppen.

Mehr zum Thema Hochschulwahlen:

Siehe auch: Stimmzettel

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