Wahllexikon

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D'Hondtsches Höchstzahlenprinzip

D'hondtsches Höchstzahlensystem

Bei einer Listenwahl mit Verhältniswahlrecht muss das Verhältnis der Stimmen ermittelt werden. Dafür wird häufig das D'Hondt-Verfahren angewendet, das nach dem belgischen Juristen Victor D’Hondt benannt ist. Dieses Verfahren zur Stimmauszählung wird auch als Divisorverfahren mit Abrundung bezeichnet und ist im angelsächsischen Raum als Jefferson-Verfahren bekannt, während man in der Schweiz vom Hagenbach-Bischoff-Verfahren spricht.

Anhand des d'hondtschen Höchstzahlensystem wird der Höchstzahlenwert der zur Wahl stehenden Vorschlagslisten ermittelt und so die Sitzvergabe festgelegt. Die Anzahl der Stimmen einer Vorschlagsliste wird durch eine proportional aufsteigende Zahlenreihe dividiert, woraus sich die Höchstzahlen ergeben. Diese Höchstzahlen gelten als Richtwert zur Verteilung der vorhandenen Sitze.

Beispiel für Verhältniswahl-Berechnung

Erhält zum Beispiel Liste (1) insgesamt 85 Stimmen und Liste (3) 44 Stimmen wird der erste Sitz mit 85:1 = 85  an die Liste (1) vergeben. Liste (3) erhält aber den zweiten Sitz mit der Berechnung der Höchstzahl 44:1=44. Die Zahlenreihe ergibt sich aus der Anzahl der zu vergebenen Sitze und wird dementsprechend durch die Reihenfolge der Liste, von oben beginnend bis zum letzten Sitz durchdividiert. 

Das D'hondtsche Verfahren der Stimmauszählung ist jedoch in der Praxis diskutiert, da es zur Benachteiligung kleiner Parteien führen kann. So existieren noch alternative Verfahren der Stimmauszählung: Hare-Niemeyer-Verfahren und das Sainte-Laguë-Verfahren, die diese Benachteiligungseffekte ausgleichen können.

Siehe auch: Verhältniswahl, Wahlgrundsätze, Hare-Niemeyer-Verfahren, Saint-Lague-Schepers-Verfahren, Hagenbach-Bischoff-Verfahren

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