Online-Wahl der Hochschule

Im Sommer 2018 hat die Universität zu Lübeck ihren Senat, den Senatsausschuss Medizin (SAM) und den Senatsausschuss Informatik/Technik und Naturwissenschaften (SAMINT) online gewählt. Der personelle Aufwand für die Online-Wahl konnte deutlich reduziert und die Wahlbeteiligung gesteigert werden. Zuständig für die Wahlleitung war Tuğba Şahinoğlu aus der Geschäftsstelle des Präsidiums/Justiziariats, technisch unterstützt von Michael Drefahl vom IT-Service-Center der Universität zu Lübeck. Geleitet wurde das Projekt zur Einführung der Online-Wahl von Madlen Kayserling aus dem Justiziariat. #Kundeninterview

Frau Şahinoğlu, Herr Drefahl, Warum hat sich die Universität zu Lübeck für die Online-Wahl entschieden?

Michael Drehfahl: Der Hauptgrund war, den Aufwand für die Durchführung der Wahl zu reduzieren. Wir haben mehrere Universitätsstandorte, für die wir früher zahlreiche Wahlhelfer organisieren mussten. Dafür Freiwillige zu finden war nicht immer einfach. Zudem muss der jeweilige Arbeitgeber mitspielen, denn die Zeit als Wahlhelfer geht ja von der Arbeitszeit ab. Allein beim Auszählen der Stimmzettel waren 30 Leute einen Tag lang beschäftigt.

Tuğba Şahinoğlu: Zusätzlich wollten wir den Studierenden die Wahl möglichst erleichtern. Früher gab es oft Fragen darüber wann und wo die Urnenwahl stattfindet. Bei der Online-Wahl sind die Wahlberechtigten weitestgehend zeit- und ortsunabhängig. Sie müssen keine weiten Wege gehen und keine Studierendenausweise bereithalten.

Lesen Sie hier, wie mit der Volksbank RheinAhrEifel eG die bisher größte Genossenschaftsbank online mit POLYAS gewählt hat.

Wie haben die Wahlberechtigten die Online-Wahl aufgenommen?

Michael Drefahl: Von denen kam sehr viel positives Feedback. Viele haben mir erzählt, wie einfach es war per Laptop oder Handy abstimmen zu können. Große technische Probleme gab es nicht. Außerdem verläuft ja auch die Urnenwahl keineswegs immer reibungslos. Falsch gedruckte Wahlzettel können zu einem großen Problem werden.

Um zur Online-Wahl zu gelangen, loggten sich die Wahlberechtigten ins digitale Universitäts-Portal ein, wo sie den Link zum POLYAS Online-Wahlsystem fanden. Wie verlief die Implementierung des Links?

Michael Drefahl: Die hat sehr gut funktioniert. Wir haben für die Planung gut mit POLYAS zusammengearbeitet und eine Anleitung bekommen, mit der wir in der IT die Implementierung vornehmen konnten.

Gab es eine Steigerung der Wahlbeteiligung?

Tuğba Şahinoğlu: Ja, die gab es. Der Senat und die Senatsausschüsse werden hier in Lübeck alle zwei Jahre neu gewählt. 2014 lag die Wahlbeteiligung bei rund 24 Prozent, 2016 fiel sie sogar auf 17 Prozent. Nach der Einführung der Online-Wahl in diesem Jahr erreichten wir 28 Prozent, also ein Zugewinn von mehr als zehn Prozentpunkten.

Michael Drefahl: Damit konnten wir auch die skeptischen Stimmen widerlegen, die meinten, durch die Einführung eines neuen Systems würde die Wahlbeteiligung sinken.

Lesen Sie hier den Erfahrungsbericht der Universität zu Lübeck zur Online-Wahl mit POLYAS.

Wie haben Sie auf die Wahl aufmerksam gemacht?

Tuğba Şahinoğlu: Klassisch über Flyer und Plakate, digital per E-Mail und die Uni-Website. Außerdem hatten wir ein Wählerportal, auf dem wir darüber informiert haben, wie die Wahl abläuft und wer zur Wahl steht. Zusätzlich hatten wir einen Computer bereitgestellt, an dem man auch wählen konnte.

Welchen Aufwand hatte die IT?

Michael Drefahl: Wir mussten das Wählerverzeichnis aktualisieren und rund 7400 Accounts auf ihre Gültigkeit hin überprüfen. Das hat etwa zwei Tage gedauert, aber ich denke, dieser Aufwand würde sich bei einer möglichen weiteren Online-Wahl rentieren.

Würden Sie demnächst denn noch einmal online wählen oder die POLYAS Online-Wahl für andere Hochschulen empfehlen?

Tuğba Şahinoğlu: Natürlich muss erst noch besprochen werden, wie wir das nächste Mal wählen, aber von meiner Seite aus spricht nichts gegen eine erneute Online-Wahl mit POLYAS.