Der Wahlkampf in Berufsverbänden kriegt oft wenig Aufmerksamkeit

Alle drei bis fünf Jahre wählt der Berufsverband einen neuen Vorstand – doch wie läuft die Kandidatenfindung ab? Polyas hat einige Tipps für den Ablauf der Nominierung gesammelt.

Erster Schritt: Blick in die Satzung

Sie wollen für den Vorstand eines Berufsverbands kandidieren oder selbst Kandidaten nominieren? Dann müssen Sie zunächst wissen, welche Regelungen es für die Kandidatur gibt. Was sagt die Satzung oder Wahlordnung Ihres Verbands über Formalia und Fristen?

Lesen Sie hier, wie Sie die Wahlbeteiligung in Ihrem Berufsverband steigern können!

In vielen Verbänden ist das Verfahren der Kandidatenfindung nicht detailliert geregelt. Meist ruft der amtierende Vorstand rechtzeitig vor der nächsten Wahl dazu auf, sich für die Kandidatur zu melden oder Kandidaten zu nominieren. Wer vorgeschlagen wurde, muss in aller Regel eine schriftliche Zusage dafür geben, tatsächlich kandidieren zu wollen. Der Aufruf sollte ruhig mehrfach hintereinander erfolgen, nach Möglichkeit auch elektronisch.

Starten Sie die Kandidatenfindung

Eine Grundvoraussetzung für die Zulassung der Kandidatur ist fast immer die Mitgliedschaft im jeweiligen Berufsverband; Externe werden nur in Ausnahmefällen zur Wahl zugelassen. Im Ergebnis haben nur diejenigen Kandidaten eine reelle Chance auf den Sieg, die schon längere Zeit Mitglied im Berufsverband sind. Im Grunde eine Selbstverständlichkeit: Nur wer das Verbandsleben kennt, entwickelt Interesse daran, Verantwortung innerhalb der Strukturen zu übernehmen, und kann eigene Ideen für Verbesserungen entwickeln.

In vielen Berufsverbänden werden vor allem dann neue Kandidaten gesucht, wenn frühere Führungsmitglieder aus dem Vorstand ausscheiden. Was aber, wenn sich auf den Aufruf hin nicht genügend Freiwillige finden? Dann ist der Vorstand gefragt, sich der Kandidatenfindung zu widmen. Zunächst empfiehlt es sich, im engeren Umfeld des Vorstands nach Kandidaten Ausschau zu halten, denn hier sind die Menschen mit der Arbeit der Leitungsebene bereits vertraut. Mit welchen Argumenten lassen sich die Zögerer überzeugen?

So überzeugen Sie Ihre Wunschkandidaten!

Probieren Sie es mit diesen Argumenten:

  • Wenn Sie selbst im Vorstand sind, ist das die beste Empfehlung! Erzählen sie einfach, was Ihnen an Ihrer Arbeit gefällt.
  • Machen Sie Ihrem Wunschkandidaten deutlich, welche seiner fachlichen Kenntnisse im Vorstand benötigt werden? Hat der Zauderer ein Händchen für Zahlen? Weiß er mit Medien umzugehen? Und natürlich: Welche Erfolge kann er in jenem Beruf vorweisen, den Ihr Verband repräsentiert?
  • Im Grunde noch wichtiger als die fachliche Kompetenz ist die charakterliche Eignung. Welche Wesenszüge schätzen Sie an der Person, der Sie die Kandidatur zutrauen? Nehmen Sie sich vor dem Gespräch kurz Zeit, um sich darüber klar zu werden.
  • Verantwortung zu übernehmen ist keine Selbstverständlichkeit. Verdeutlichen Sie Ihrem Gegenüber, wie wichtig es ist, für andere einzustehen.
  • Die Arbeit im Vorstand eines Berufsverbands ist aber nicht nur verantwortungsvoll, sondern auch abwechslungsreich. Erklären Sie, was den Reiz dieser Führungsposition ausmachen kann. Geschäftsreisen gehören genau so dazu wie der Austausch mit den Verbandsmitgliedern.
  • Last but not least: Ist die Position vergütet? Eine Aufwandsentschädigung hilft der Entscheidungsfindung bestimmt auf die Sprünge – auch wenn sie natürlich nicht das Hauptkriterium für die Kandidatur sein sollte

Auch einfache Mitglieder des Berufsverbands, die ein anderes Mitglied von der Kandidatur überzeugen wollen, können diese Argumente heranziehen. Grundsätzlich ist es wichtig, Ihrem Wunschkandidaten klar zu machen, warum Sie gerade ihm Vertrauen schenken. Mit diesen Tipps sollte eine wochenlange Hängepartie bei der Kandidatenfindung vermieden werden können!

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