Teilnehmer Kirchen-Workshop

Was bedeutet Digitalisierung für die großen Landeskirchen? Und wie funktioniert eigentlich die Online-Wahl? Um diese Fragen ging es gestern auf dem Workshop „Online-Wahl im kirchlichen Raum“, den Polyas zusammen mit der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in Kassel veranstaltet hat.

Viele Fragen zur Wahlbenachrichtigung

Sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche gibt es regelmäßig Wahlen, um Vorstände und verschiedene Gremien zu bestimmen. Die Wahlbeteiligung ist allerdings meist gering. Daher sind viele Kirchengemeinden daran interessiert, neue Ideen zu testen, um wieder mehr Menschen zur Stimmabgabe zu bewegen. Die Online-Wahl kann dafür eine Lösung sein, auch deshalb, weil so die meist hohen Kosten der Kirchenwahl gesenkt werden können. Die EKKW veranstaltete den Workshop, um sich über diese Möglichkeit zu informieren.

Mathias Fallak aus der Sales-Abteilung von Polyas sprach auf dem Workshop darüber, wie das Online-Wahlsystem funktioniert. Dazu erklärte er den Ablauf einer Kandidatenwahl, denn um eine solche handelt es sich bei den meisten kirchlichen Wahlen. „Viele wollten wissen, ob die Wahlberechtigten direkt digital angeschrieben werden könnten“, sagt er. Generell sei das möglich – allerdings nur, wenn die Mail-Adressen der Wahlberichtigten bekannt seien.

Auch Politikwissenschaftler auf Workshop

Auch ein Politikwissenschaftler war beim Workshop zu Gastredner. So präsentierte Prof. Dr. Norbert Kersting von der Wilhelms-Universität Münster eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zum Thema Online-Wahlen und Gesellschaft. Um die Wahlbeteiligung zu erhöhen, so eines der Ergebnisse der Studie, ist es generell wichtig, die Wahlberechtigten umfassend über die Wahl zu informieren. Die Online-Wahl könne einen zusätzlichen Beitrag leisten.

Lesen Sie hier mehr darüber, wie die Informationen zur Wahl online verschickt werden können

Auch Ralf Müller, CEO und Co-Founder der Polyas GmbH, hielt einen Vortrag auf dem Workshop. Er sprach über die Erfahrungen mit der Online-Wahl in Vorreiterstaaten wie Estland und Kanada. Estland erprobt die Online-Wahl bereits seit 2005 und ermöglichte der Bevölkerung auch bei der Parlamentswahl 2015 online zu wählen.

Gute Erfahrungen mit der Online-Wahl

Die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck hatte ihren Kirchenvorstand bereits 2013 mit Polyas online gewählt. Die Kirchenvertreter Eckard Käßmann (EKKW) und Matthias Gersting  (ECKD) berichteten auf dem Workshop von ihren Erfahrungen. Damals konnte die Wahlbeteiligung tatsächlich leicht gesteigert werden, während die Beteiligung an Kirchenwahlen allgemein rückläufig ist. Die Bemühung allerdings, über lokale Medien auf die Kirchenwahl aufmerksam zu machen, war weniger erfolgreich, denn die klassischen Medien sprangen auf das Thema nicht an.

Die Kirchenvorstandswahl der EKKW erhielt damals viele positive Rückmeldungen. Lesen Sie hier den Erfahrungsbericht!

„Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass das Interesse an der Online-Wahl groß war“, meint Mathias Fallak. Der Workshop über Online-Wahlen in der Kirche fand bereits zum zweiten Mal statt, und soll wiederholt werden. „Das nächste Mal würde ich gerne noch mehr auf den Wahlprozess und unser System eingehen, denn dazu gab es die meisten Fragen“, so Mathias Fallak.