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Die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Bremen am vergangenen Sonntag war so niedrig wie nie zuvor in einem westdeutschen Bundesland. Damit ist erneut die Diskussion aufgeflammt, wie der Wahlmüdigkeit in Zukunft entgegengewirkt werden kann. Studien, Umfragen und Erfahrungen aus dem In- und Ausland zeigen, dass Online-Wahlen mit dazu beitragen können, die Wahlbeteiligung wieder zu steigern.

Der Wahlsieger in Bremen heißt: Nichtwähler

Mit einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung von nur 49,6 Prozent haben die Nichtwähler in Bremen die absolute Mehrheit erlangt. Die derzeit diskutierten Ansätze, mit denen die Wahlbeteiligung wieder gesteigert werden könnte, reichen von Investitionen in die politische Bildung der Bürger über die Schärfung der politischen Profile der Parteien bis zur Einführung einer Wahlpflicht.

Ein weiterer Ansatz ist die Erleichterung des Urnengangs für die Wähler. Längere Öffnungszeiten der Wahllokale, längere Wahlperioden und sogar Wahlkabinen in Supermärkten gehören hier zu den Anregungen, genau wie die Wahlmöglichkeit über das Internet. Studien zeigen, dass vor allem auch die Einführung von Online-Wahlen die Wahlbeteiligung um mehr als 25 Prozent steigern könnte.

Mit Online-Wahlen Barrieren abbauen

Bei der Analyse von vielen Wahlen wird deutlich, dass insbesondere die jungen Wählerschichten von ihrem Stimmrecht keinen Gebrauch mehr machen. Sogar bei der Bundestagswahl 2013 war die niedrigste Wahlbeteiligung bei den jungen Wählern zu verzeichnen. Diese sogenannten „Digital Natives“ sind es gewohnt, für nahezu alle Bereiche ihres Lebens Online-Lösungen zu nutzen. Studien, Umfragen und Erfahrungen aus dem In- und Ausland zeigen deutlich, dass deshalb gerade durch die Einführung von Online-Wahlen ein großes Aktivierungs-Potenzial bei den Jungwählern vorhanden ist. Die wichtigsten aktuellen Erkenntnisse haben wir in unserem Whitepaper „Die Vorteile von Online-Wahlen“ zusammengefasst.

Darüber hinaus gibt es große Wählergruppen aller Altersschichten, denen die Stimmabgabe durch das herkömmliche Urnenwahlsystem erschwert oder sogar gänzlich unmöglich gemacht wird. Dazu gehören Stimmberechtige mit Behinderungen, erkrankte Wähler, sowie Wähler die sich am Wahltag nicht am Wahlort befinden, also beispielsweise im Ausland lebende Bürger. Insbesondere für diese Wählergruppen würde die Online-Stimmabgabe einen nachhaltigen Beitrag zur Inklusion bieten.

Bildquelle: Holger Lang /pixelio.de