POLYAS war auf der E-Vote-ID-2019

Auf der diesjährigen E-Vote-ID Anfang Oktober 2019 in Bregenz präsentierte POLYAS wichtige Elemente der neuen Online-Wahlsoftware CORE 3.0. In Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Kunden – der Gesellschaft für Informatik (GI) – und Kooperationspartnern aus dem akademischen Betrieb wurden Elemente der Software eingesetzt und eingehend überprüft.

Tomasz Truderung, Head of Research bei POLYAS

So wie in den vergangenen Jahren war POLYAS auch 2019 auf der bregenzer E-Vote-ID zu Gast, der wichtigsten Konferenz zum Thema Online-Wahl in Europa. Bei der Weiterentwicklung unserer neuen Online-Wahl-Software sind wir einen großen Schritt vorangekommen. Mit der GI hat nun ein langjähriger Kunde und Kooperationspartner die neue Software getestet. An dem Projekt waren außerdem Online-Wahl-Experten der Universität Koblenz, der Universität Stuttgart sowie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) beteiligt. „Größtmögliche Transparenz und die Rückbindung an unabhängige Experten ist uns bei der Entwicklung der Software sehr wichtig“, erklärt Dr. Tomasz Truderung, Head of Research bei POLYAS. Er präsentierte die Ergebnisse des Praxistests auf der E-Vote-ID.

Universelle Überprüfung der Wahl erfolgreich getestet

Die GI hat vor allem einen Mechanismus zur universellen Verifizierbarkeit des gesamten Wahlergebnisses auf Herz und Nieren überprüft, das sogenannte Verifikationstool. Bei der Auszählung der verschlüsselten Stimmzettel wird das Wahlgeheimnis gewahrt. Der Verifizierungs-Mechanismus erlaubt es, die Korrektheit des Wahl-Prozesses zu überprüfen, ohne dass dabei preisgegeben wird, wie die einzelnen Wähler abgestimmt haben.

Das Besondere ist die unabhängige Überprüfbarkeit der Online-Wahl: POLYAS stellte der GI und den akademischen Partnern nach der Wahl die detaillierte Dokumentation des Auszählungsprozesses zur Verfügung.

Die GI hat schon viele Wahlen mit POLYAS durchgeführt. Hier finden Sie den Erfahrungsbericht einer der vergangenen Präsidiumswahlen.

Diese Dokumentation konnte mittels eines Verifikationstools von den Projektbeteiligten eigenständig überprüft werden. POLYAS hat selbst ein solches Tool gebaut. Allerdings kamen auch Überprüfungstools zum Einsatz, die von Wissenschaftlern aus dem akademischen Betrieb programmiert worden waren. Das Wahlgeheimnis bleibt bei der Anwendung der Tools dank eines sogenannten Zero-Knowledge-Proofs vollständig gewahrt.

Weitere Schritte in Planung

Das nächste Ziel bei der Weiterentwicklung der POLYAS Wahlsoftware ist die individuelle Verifizierbarkeit der Stimmabgabe. Im Gegensatz zur universellen Verifizierbarkeit, bei der das Gesamtergebnis überprüft wird, geht es bei der individuellen Verifikation darum, dass die Wahlberechtigten die korrekte Weiterleitung ihrer eigenen Stimme nachvollziehen können. Dafür soll zukünftig ein Second Device (Zweitgerät) zum Einsatz kommen, wie beispielsweise ein Handy.

POLYAS plant zudem, das Tool, mit dem die Zugangsdaten zur Online-Wahl generiert werden, transparent zu machen. Sowohl die Spezifizierung des Prozesses als auch der Quellcode dieses Generierungstools sollen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Für die Überprüfbarkeit der POLYAS Online-Wahl gibt es mehrere Methoden. Lesen Sie hier mehr!

E-Vote-ID: Diskussion über internationale Online-Wahlen

In diesem Jahr gab es auf der E-Vote ID insgesamt 23 Beiträge zu technischen, sozialen und praktischen Aspekten der Online-Wahl. Im Themenblock „Security, Usability and Technical Issues“ ging es etwa um Angriffe auf bestehende Wahlsysteme und mögliche Schutzmaßnahmen. In der Schweiz, Estland und Teilen Kanadas wird bereits online gewählt: Darum ging es im Themenblock „Administrative, Legal, Political and Social Issues“. Der anschließende Themenblock „Elections and Practical Experiences“ befasste sich mit Erfahrungsberichten vom Technikeinsatz bei Wahlen in der Ukraine, in Pakistan, in der Schweiz – sowie bei der GI.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung aller auf der E-Vote-ID publizierten Paper als PDF-Download. Der Beitrag von POLYAS befindet sich auf den Seiten 293f.