Hier erfahren Sie mehr über die zukünftigen Wahlen. Wir geben einen Ausblick!

Immer wieder sonntags… Am 19. Februar wählten 12,8 Millionen Wahlberechtigte den Nachfolger von Präsident Rafael Correa. Seit 2007 gelang es Correa als Staatsoberhaupt die extreme Armut im Land deutlich zu reduzieren. Jetzt wurde ein neuer Mann an die Spitze gewählt. In unseren #WahlNews berichten wir über die Wahl im Anden-Land.

Ereignisse im Überblick

  • Lenín Moreno liegt nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Ecuador deutlich vorne, trotzdem könnte es eine Stichwahl geben.
  • Er kam nach dem vorläufigen Ergebnis auf 38,83 Prozent der Stimmen.
  • Auf Platz zwei lag mit 29,86 Prozent Guillermo Lasso.
  • Benötigt werden 40 Prozent, um ohne Stichwahl zu gewinnen.
  • Die Stichwahl findet voraussichtlich am 2. April statt.

Wir halten Sie über den aktuellen Stand der Stimmenauszählung auf dem Laufenden.

Die Kandidaten

Die Regierungspartei Alianza PAIS stellte den bisherigen Vizepräsidenten Lenin Moreno als Präsidentschaftskandidaten auf. Konkurrenz leisteten der ehemalige Bankier Guillermo Lasso von der konservativen Partei CREO (Compromiso, Renovación y Orden)  und Cynthia Viteri von der Christdemokratischen Partei.

Die Regierung unter dem Präsidenten Rafael Correa schloss eine Reihe von Handelsverträgen auf internationaler Ebene ab, zuletzt mit der Europäischen Union. Dies verdeutlicht die Öffnung des Landes. Correa verlässt sein Amt mit stolzen 58 Prozent Zustimmung.

Opposition nutzt Social Media

Die Opposition in Ecuador führte während des Wahlkampfes aggressive Kampagnen in sozialen Netzwerken durch. Diese sollten die Aufmerksamkeit der Bürger von den bedeutenden Entwicklungen des Landes ablenken.

Im Vordergrund der Oppositionskampagne stand eine einfache, griffige Parole – Wir wollen Veränderung.

Besonders über Facebook wurden diffuse Empörungsäußerungen gegen den Staat und die bisherige Regierung gestreut. Die genutzte Strategie wird als virales Marketing bezeichnet. Das primäre Ziel dieser Art von Kampagnen ist es, Informationen zu schaffen, die sich von selbst verbreiten.

Lesen Sie hier mehr über Social Media im Wahlkampf

Kontinuität oder Wandel

Der 63-jährige Lenin Voltaire Moreno Garcés ist seit einer schweren Schussverletzung an den Rollstuhl gebunden. International bekannt ist er vor allem für sein Engagement für die Belange und Rechte der Behinderten in Ecuador. So wurde er im Jahr 2012 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Zudem wählte ihn die Organisation amerikanischer Staaten (OAS) – zum Vorsitzenden des Ausschusses gegen die Diskriminierung der Behinderten (CEDDIS) und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ernannte ihn 2013 sogar zum Sonderbeauftragten für Behindertenfragen.

Seit 2007 befasste er sich an der Seite Correas als Vizepräsident mit der Entwicklung Ecuadors. So steht sein Name für die Kontinuität der bisherigen Politik.

Auf der anderen Seite kündigte der konservative Politiker Guillermo Lasso drastische Steuersenkungen an, um neue Jobs zu schaffen. Ferner setzt er sich für eine engere Zusammenarbeit mit den USA ein. Besonders diskutiert wurde sein Plan den Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julien Assange, aus der ecuadorianischen Botschaft in London auszuweisen.

Das Wahlsystem

Wenn der Präsident nicht mindestens 40 Prozent der Stimmen gewinnt, gibt es eine Stichwahl zwischen den besten zwei Kandidaten. Das Staatsoberhaupt wird in Ecuador für 5 Jahre gewählt. Der Vizepräsident wird auf einem Stimmzettel zusammen mit dem Präsidenten gewählt.

Die 137 Mitglieder des Parlaments werden in einer offenen Listen Wahl gewählt, wobei die Sitze nach dem D’Hondt-Verfahren verteilt werden.

Erfahren Sie hier mehr über das D’Hondt-Verfahren

Die Entwicklung nach der Amtszeit von Rafael Correa wird Auswirkungen auf die gesamte Region haben. Obwohl Correa in vielen Bereichen für Fortschritt gesorgt hat, sind immer noch einige Probleme im Anden-Land zu lösen. 2015 erzielte Ecuador geringere Einnahmen, insbesondere aus den Erdölexporten. Aufgrund dessen mussten vorgesehene Ausgaben gekürzt werden. Diese Situation hat sich 2016 fortgesetzt. Es ist abzuwarten wie 2017 mit dem neuen Präsidenten aussehen wird.