Tag der Jugend Politische Bildung

Der heutige 12. August ist der „Internationale Tag der Jugend“. Die nachwachsende Generation hat viele Titel erhalten – von der „Generation Y“, über „Digital Natives“ bis hin zur „Generation Maybe“. All diese Etiketten sind natürlich nur Annäherungen in dem Versuch, einer Generation auf die Spur zu kommen, die unter ganz anderen politischen und medialen Bedingungen aufwächst, als alle Generationen vor ihr. Die Beteiligung junger Menschen an Wahlen in Europa ist auf einem historischen Tiefstand angelangt – ein besorgniserregender Trend. Aus diesem Anlass beleuchten wir heute das Verhältnis von der Jugend zu Demokratie und Wahlen etwas näher.

Wahlmüdigkeit der Jugend

Bei der letzten Europawahl im Jahr 2014 begaben sich nur 28 Prozent der wahlberechtigten jungen Menschen (18 – 24 Jahre) ins Wahllokal, um dort ihre Stimme abzugeben. Die letzten Bundestagswahlen zeigen ein ähnliches Bild: auch hier war die Wahlbeteiligung der Jungwähler geringer als bei den anderen Wählergenerationen. Dies sind alarmierende Fakten. Schließlich werden von den gewählten Volksvertretern auch politische Entscheidungen getroffen, die die Zukunft von jungen Menschen in besonderer Weise betreffen.

Vielfältige Gründe

Das Blog DebatingEurope hat Jugendliche in Europa nach Gründen für die geringen Wahlbeteiligungen befragt. So gibt ein junger Italiener beispielsweise an, nicht zu wählen, weil sich mit der traditionellen Demokratie sowieso nichts ändern würde. Eine weitere Befragte sagte, dass insbesondere das Internet und damit auch neue Wahlmethoden gute Möglichkeiten bieten, die Wahlmüdigkeit der Jugend zu durchbrechen. Beispielhaft nannte sie die durch Online-Technologien entstehenden Möglichkeiten der direkten Demokratie. So könnte nach Ihrer Vorstellung bereits vor der Wahl online über die aufzustellenden Kandidaten abgestimmt werden. Diese Chancen digitaler Demokratie unterstützt Polyas mit universitären Forschungs-Kooperationen, wie beispielsweise der Liquid Democracy.

Jugendliche an Demokratie heranführen

Der Vorsitzende der Youth of the European’s People Party (YEPP), Konstantions Kyranakis, ist der Meinung, dass bereits junge Menschen mehr Verantwortung übernehmen sollten. Auch der Sprecher der Federation of Young European Greens, Michael Bloss sagt im DebatingEurope-Blog, dass eine höherer Anzahl junger Politiker der „Generation Erasmus“ gut wäre, weil junge Menschen einen anderen Blick auf die Dinge haben und neue Ideen einbringen könnten.

So sind auch Jugendparlamentswahlen eine gute Möglichkeit, um mehr junge Menschen an demokratische Prozesse heranzuführen und sie an politischen Entscheidungen partizipieren zu lassen. Immer mehr Gemeinden sind seit Mitte der 1980er Jahre dazu übergegangen, in ihren kommunalen Verwaltungen Jugendgemeinderäte einzurichten und wählen zu lassen. Diese von jugendlichen Einwohnern gewählten Vertreter können hier auf kommunaler Ebene ihre Interessen gegenüber dem Gemeinderat oder dem Bürgermeister vertreten.

Als sehr erfolgreich erweisen sich auch die Arbeit von Juniorwahl: Hier können Schüler Demokratie hautnah erleben, indem an Schulen, parallel zu den großen politischen Wahlen im Land, Bund und Europa, simulierte Wahlen inhaltlich vorbereitet und durchgeführt werden.

Online-Wahlen: jugendgerechtes Wahlsystem

Junge Menschen werden häufig auch als Digital Natives bezeichnet: sie nutzen das Internet in fast allen Lebensbereichen, teilen ihre Erlebnisse online und kommunizieren online. Die Online-Stimmabgabe ist da nur der nächste natürliche Schritt. Entsprechend haben frühere Umfragen auch ergeben, dass etwa 65 Prozent der jungen Wähler (18 – 29 Jahre) online wählen würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Ob dadurch die Wahlbeteiligung gesteigert werden kann, lässt sich derzeit nur prognostizieren.

Der Trend ist jedoch deutlich positiv: Bei Gremienwahlen an Universitäten, die online über Polyas durchgeführt wurden, konnte die Wahlbeteiligung bereits um bis zu 64 Prozent gesteigert werden. Ein guter Indikator also für die Affinität junger Wähler für Online-Wahlen. Auch die Juniorwahl und diverse Jugendparlamentswahlen wurden bereits online über Polyas durchgeführt – ebenfalls mit großer positiver Resonanz. Online-Wahlen entsprechen nämlich nicht nur den Bedürfnissen der jungen Wähler, sondern bringen auch für Wahlveranstalter und Wahlleiter viele Vorteile mit sich.

Weitere Studienergebnisse und internationale Entwicklungen können Sie auch unserem Whitepaper „Vorteile von Online-Wahlen“ entnehmen, das Ihnen kostenlos in unserem Media-Bereich zur Verfügung steht.