Online-Wahl der Hochschule Osnabrück

Nachgefragt … Ich spreche heute mit Herrn Veltkamp von der Hochschule Osnabrück. Diese hatte ihre Wahlen online mit Polyas durchgeführt. Im Interview erklärt Herr Veltkamp, wieso sich die Hochschule Osnabrück für die Online-Wahl entschieden hat und wie die Wahl genau ablief.

Warum haben Sie sich für die Online-Wahl entschieden?

Die Einführung der Online-Wahl war eine Präsidiumsentscheidung. Dafür gab es mehrere Gründe: Zum einen wollten wir intern den personellen Aufwand senken. Zum anderen war die Ortsunabhängigkeit der Online-Wahl einer der ausschlaggebendsten Gründe, die Wahl online durchzuführen.

Auch bestand von Seiten der Studierenden der Wunsch, in mehreren Wahllokalen wählen zu können und nicht nur in dem ihrer Fakultät. Ohne die Online-Wahl wäre dies mit großem Aufwand und sicherlich auch Fehlern bei der Ausgabe der verschiedenen Stimmzettel verbunden gewesen. Um eine derart komplexe Organisation zu vereinfachen, haben wir uns für das Online-Wahlverfahren entschieden.

Welche Unterschiede sehen Sie im Vergleich zur offline Wahlorganisation?

Durch die Online-Wahl werden menschliche Fehler vermieden. Bei der Papierwahl hatten wir das Problem, dass zum Beispiel falsche Stimmzettel ausgeteilt wurden. Da sehr viele, verschiedene Personen als Wahlhelfer beteiligt waren, hatte man nicht die volle Kontrolle über den Ablauf der Wahl. Aus diesen Gründen musste in der Vergangenheit schon mal sogar eine Wahl in Teilen wiederholt werden. Der Vorteil bei der Online-Wahl war, dass wir keine Präsenszeiten in den Wahllokalen abdecken mussten. Darüber hinaus stellten die schnelle und effiziente Auszählung der Stimmzettel eine große Erleichterung dar. Vor der Einführung der Online-Wahl dauerte diese teilweise über vier Stunden.

Wir hatten die Papierwahl zur Sicherheit allerdings in der Hinterhand, da wir nicht wussten, ob die Online-Wahl abläuft wie erhofft. Wenn technisch oder organisatorisch etwas schiefgelaufen wäre, hätten wir eine Papierwahl relativ kurzfristig organisieren können.

Beim nächsten Mal, wenn die Online-Wahl eingespielt ist, erhoffen wir uns noch größere Effekte bei der Wahlvorbereitung und Organisation.

Wie zufrieden waren Ihre Wähler mit der Online-Wahl?

Die Wahlbeteiligung ist leicht gestiegen. Daraus kann man schließen, dass die Zufriedenheit erhöht wurde vor allem bei den Studierenden. Die Online-Wahl wurde von der Mehrheit der Wähler positiv aufgenommen.

Sie haben während der Wahl Reminder an die Wahlberechtigten versendet. Haben Sie im Vorfeld der Wahl zusätzlich Wahlmarketing gemacht?

Der ASTA hat nach der Hälfte des Wahlzeitraums einmal eine Erinnerungsmail verschickt, die sich vor allem an Studierende richtete. Die Wahlbeteiligung bei den Studierenden ist nämlich grundsätzlich geringer im Vergleich zu der Beteiligung der Professoren und der wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Hochschule Osnabrück

Hatten Sie online eine Mikrowebsite, auf der Sie die Kandidaten bzw. die Wahllisten vorgestellt haben?

Da die Entscheidung für die Online-Wahl relativ kurzfristig gefasst wurde, haben wir die Kandidaten nicht online vorgestellt. Die Informationen wurden – wie üblich nach dem altem System – auf Papier bereitgestellt.

Haben ASTA oder andere Hochschulgruppen Wahlaufrufe gestaltet?

Der ASTA und andere Hochschulgruppen haben genau wie sonst Plakate vorbereitet. So hingen zum Beispiel in der Mensa Plakate über die Online-Wahl. Zusätzlich wurde eine E-Mail vom Präsidium an alle Wahlberechtigten verschickt, in der der Beginn der Online-Wahl angekündigt wurde. Die Informationen zum Wahlbeginn standen zusätzlich auf dem Portal unserer Hochschule – dem OSCA Portal – bereit.

Würden Sie beim Wahlmarketing das nächste Mal etwas anders machen?

Bei der nächsten Wahl werden wir anstreben, Kandidateninformationen über die Website bereitzustellen.

Erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Wahlmanagement optimieren können

Mussten Sie Ihre Wahlordnung anpassen für die Online-Wahl?

Ja, wir haben dafür auch Vorlagen von anderen Unis genutzt. Ferner ist die Wahlordnung schnell und ohne großen Aufwand vom Senat genehmigt worden. Der Vorschlag ging etwa im September zum ersten Mal in den Senat und wurde bereits im Oktober verabschiedet. Nach unserer jetzigen Wahlordnung ist sowohl eine Online-Wahl als auch eine traditionelle Papierwahl möglich.

Warum haben Sie sich bei der Wahl konkret für Polyas entschieden?

Polyas ist der bedeutendste Anbieter im deutschsprachigen Raum. Wir selbst haben eine Software Abteilung. Da aber die Gestaltung einer Online-Wahl sehr komplex ist und die juristischen Hürden hoch sind, haben wir uns dazu entschlossen auf einen etablierten Anbieter zu setzten.

Werden Sie Ihre Wahlen auch in der Zukunft online managen?

Wir waren sehr zufrieden mit dem Wahlprozess und werden unsere Wahlen auch zukünftig mit Polyas durchführen.

Herr Veltkamp, ich danke Ihnen für das Interview.