Nicht-Wähler bei Volksabstimmungen: Was sind ihre Gründe?

Um wählen gehen zu können, haben Menschen Jahrhunderte lang gekämpft und in vielen Ländern der Erde wird immer noch um die Möglichkeit der Stimmabgabe gestritten.

In Deutschland gibt es ein allgemeines Wahlrecht für alle Staatsbürger ab 18 beziehungsweise ab 16 Jahren bei Kommunalwahlen. Doch es gibt viele Bürger, die keinen Gebrauch von Ihrem Recht zur Stimmabgabe machen und nicht wählen gehen. Das ist ihr gutes Recht, da in Deutschland keine Wahlpflicht besteht. Allerdings drängt sich die Frage auf, warum Menschen auf ein Privileg wie das Wahlrecht freiwillig verzichten?

Die Gründe hierfür scheinen so unterschiedlich wie die Menschen selbst zu sein: Einige verweigern die Stimmabgabe aus Desinteresse, einige aus politischer Resignation und wieder andere aus Zeitmangel. Doch obwohl die Motive verschieden sein mögen, es lassen sich Muster bei den Nichtwählern erkennen.

Die Artikelserie von Polyas über Nichtwähler

Diesen Mustern auf den Grund zu gehen, ist das Anliegen unserer neuen Blog-Serie über Nichtwähler. In verschiedenen Artikeln wollen wir versuchen die soziokulturellen Hintergründe der Wahlverweigerung herauszuarbeiten und Möglichkeiten zur Steigerung der Wahlbeteiligung aufzeigen.

Die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen in Deutschland liegt in der Regel bei ca. 70%, so gaben bei der Bundestagswahl 2013 71,5% der Wähler ihre Stimme ab. Das ist zwar ein recht anständiger Wert, wenn man aber bedenkt, dass in Dänemark die Wahlbeteiligung meistens um 80 % liegt, ist die Wahlbeteiligung in Deutschland noch ausbaufähig. Zudem sind die Werte bei Landtagswahlen, Kommunalwahlen und nicht zuletzt bei der Europawahl um einiges niedriger.

Warum müssen wir überhaupt über die Nichtwahl sprechen?

Die Bürger in Deutschland haben das Recht, ihre Stimme nicht abzugeben. Warum ist es dann nötig, über Nichtwähler zu sprechen? Warum ist eine hohe Wahlbeteiligung überhaupt wichtig, wenn es in Deutschland keine Mindestwahlbeteiligung gibt?

Eine Wahl ist nicht nur die Privatangelegenheit einer Person, sondern hat Einfluss auf die gesamte Gesellschaft. Denn:

  • Eine geringe Wahlbeteiligung zeugt von der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem politischen System
  • Die niedrige Beteiligung bei Wahlen wirft die Frage auf, ob eine Demokratie noch repräsentativ ist
  • Das Fernbleiben vieler gemäßigter Stimmen kann radikale Kräfte erstarken lassen

Somit lässt sich zusammenfassen, dass Nichtwähler auch eine Gefahr für die Gesellschaft und schlussendlich für die Demokratie sein können. Die Politik ist in der Pflicht, Wähler zu mobilisieren und somit die Wahlbeteiligung zu steigern. Um das zu gewährleisten, ist es unerlässlich zu wissen, warum Bürger zu Nichtwählern werden.

About Laila Oudray

Um die Welt zu gestalten und zu verbessern, benötigt man Informationen. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese Informationen zu recherchieren und hoffentlich unterhaltsam aufzubereiten. Wenn ich nicht gerade das World Wide Web für die interessantesten Themen durchforste, lebe ich meine musikalische Seite aus und singe (wie man mir sagt, auch gar nicht so schlecht). Seit April arbeite ich bei Polyas. Hier bin ich für die Pressearbeit zuständig und schreibe Blogartikel.

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Wahlbeteiligung

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