Wahlbeteiligung_6

Der Wahlzeitraum läuft und Sie möchten Wahlberechtigte, die noch nicht abgestimmt haben, mit ins Boot holen? Rundmails und Briefe landen jedoch viel zu häufig im (digitalen) Papierkorb. Ein Grund dafür ist, dass alles, was Sie hier schreiben, meist Wiederholung ist. Die Wahlberechtigten wissen bereits, dass die Wahl stattfindet und sie wissen auch, worum es geht.

Ein Trick ist die Aufforderung zur Interaktion: Wenn ein Adressat im Rahmen einer Wahl selbst in Aktion treten muss, ist der Schritt zur Abstimmung kürzer. Eine beliebte Technik hierfür sind Umfragen. Praktischer Nebeneffekt: Sie lernen die Wahlberechtigten besser kennen.

„Die Fragen sind es, aus denen das,
was bleibt, entsteht.“

– Erich Kästner, deutscher Schriftsteller –

Der Einsatz von Umfragen bei Wahlen

Prognosen zu Wahlen informieren vorab über den möglichen Wahlausgang. Wahlberechtigte werden angerufen und gefragt, für wen oder was sie abstimmen wollen oder bereits abgestimmt haben. Die Ergebnisse dieser Meinungsumfragen dienen unter anderem einem bestimmten Zweck, und der heißt: Nicht-Wähler auf den letzten Metern zur Stimmabgabe motivieren.

Die Wahlforschung hat hierzu bereits einige Theorien. Es gibt z. B. die Mobilisierungshypothese, die besagt, dass ein prognostiziert knapper Wahlausgang zu hoher Wahlbeteiligung führt. Des Weiteren wird vom Mitläufereffekt gesprochen: Wahlberechtigte können sich nicht entscheiden oder sind zu wenig informiert und schließen sich mit Blick auf die Prognosen einfach der Mehrheit an. Das Gegenteil davon, also der Anschluss an die Minderheitsmeinung, nennt man Underdog-Effekt.

Warum Umfragen Ihre Wähler motivieren können

Klug eingesetzte Umfragen setzen Dynamiken in Gang. Das funktioniert natürlich nicht einzig und allein über Wahlprognosen – die zudem recht beeinflussend sein können und viel Aufwand bedeuten. Nützlich sein kann das Motivationsmittel Umfrage trotzdem, denn allein die Teilnahme mobilisiert: Indem ein Wähler aktiv Fragen zur Wahl beantwortet, ist er bereits „mittendrin statt nur dabei“. Der Weg zur Stimmabgabe ist geebnet.

Gerade Nicht-Wähler werden auf diese eher indirekte Weise noch in den Wahlprozess integriert.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Umfrage?

Der beste Zeitpunkt für eine Umfrage ist zeitlich zur Mitte des Wahlzeitraums. Erstellen Sie z. B. eine Rundmail, in dessen Begrüßung Sie kurz daran erinnern, dass die Beteiligung an der Wahl noch eine bestimmte Zeit möglich ist. Erklären Sie im Anschluss, dass die Beantwortung der Fragen wichtig ist, um kommende Wahlprozesse zu optimieren. Weisen Sie darauf hin, dass die Umfrage nur wenig Zeit in Anspruch nimmt.

Welche Fragen Sie stellen, liegt in Ihrem persönlichen Ermessen. Fragen Sie sich vorab, was genau Sie erfahren möchten und definieren Sie ein Ziel.

Tipps zur Erstellung von Wahlumfragen

Fragen zur Organisation der Stimmabgabe sind eine gute Option. Denn einerseits ist jeder in der Lage, diese schnell zu beantworten. Auf der anderen Seite lernen Sie eine Menge über das Wahlverhalten der Wahlberechtigten und können Ihre nächste Abstimmung dahingehend optimieren.

Mögliche Fragen:

  • An welchem Tag und zu welcher Tageszeit haben Sie geplant zu wählen?
  • Wollen Sie von zu Hause, vom Arbeitsplatz oder von woanders aus wählen?
  • Wollen Sie per Papierstimmzettel oder online abstimmen?
  • Bei der Online-Stimmabgabe: Welches Endgerät werden Sie verwenden?

Achten Sie bei der Erstellung der Umfrage darauf, dass sie keinen zu großen Aufwand für die Wahlberechtigten bedeutet. Stellen Sie also nicht zu viele Fragen. Wählen Sie außerdem geschlossene Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten und jeweils einem Freitextfeld, um fehlende Optionen zu ergänzen. Formulieren Sie kurz, verständlich und in Alltagssprache. In keinem Fall dürfen Fragen bereits bestimmte Antworten suggerieren.

Grenzen Sie die Beantwortung der Fragen auf jeweils eine Antwortmöglichkeit ein. Das verlangt genaueres Überlegen und schärft am Ende Ihre Ergebnisse. Geben Sie aber immer die Möglichkeit, Fragen zu überspringen – das Erzwingen von Antworten führt häufig zum Abbruch der Teilnahme oder verfälscht das Resultat.

Nutzen Sie die Umfrageergebnisse für die nächste Wahl

Aus den Ergebnissen können Sie z. B. herauslesen, auf welchem Weg und zu welcher Tageszeit Sie Ihre Wähler am besten erreichen. Auf dieser Informationsgrundlage können Sie Ihren Kommunikationsweg und Ihre Ansprache anpassen. Sie erfahren auch, ob es sinnvoll sein kann, ein Online-Wahlsystem einzusetzen, z. B. um den Zugang zur Stimmabgabe zu erleichtern.

Eine Umfrage gibt Wahlberechtigten die Möglichkeit, Ihre Meinung mitzuteilen und Wahlprozesse mitzugestalten. Auch das schafft wieder Zugehörigkeit. Und wer in Geschehnisse involviert ist, beteiligt sich auch öfter.

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