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„Die wollen nur an deine Daten!” Diesen Satz haben Sie sicher schon mal gehört. Doch was passiert eigentlich mit den Daten, die im Netz so gesammelt werden? Was machen „die“ damit – und wer sind „die“ überhaupt?

Richtig ist: Wenn man für einen Online-Dienst nichts zahlen muss, bezahlt man in der Regel mit seinen Daten. Egal, ob personenbezogen oder anonymisiert – besonders für Werbung, Marketing, Marktforschung oder die Analyse von Nutzungsverhalten (z. B. zur Produktoptimierung) sind Daten eine neue Art Währung. Denn sie sagen Unternehmen, was sie verkaufen können, wie sie es verkaufen können, wie ein Produkt gestaltet sein muss und wo genau sie dafür Werbung machen müssen.

Einige Beispiele für die Nutzung von Daten

Soziale Netzwerke

Damit soziale Netzwerke funktionieren, braucht es Daten. Freundesvorschläge, Twitter-Trends, Vernetzung – all das funktioniert nicht ohne Datenangaben.

Wenn man über Soziale Netzwerke spricht, kommt man an Facebook mit seinen 1,4 Milliarden monatlich aktiven Nutzern nicht vorbei. Die Nutzung von Facebook kostet kein Geld – also kommt hier die Währung „Daten“ zum Einsatz. Facebook ist im Grunde eine Plattform für personalisierte Werbung. Da die Nutzer über persönliche Profile eine ganze Menge über sich preisgeben, kann Facebook Anzeigen verkaufen, die genau bei den Nutzern landen, die sich sehr wahrscheinlich für die beworbenen Produkte interessieren. Zum Beispiel kann ein Unternehmen sagen: Diese Werbung soll nur Nutzern angezeigt werden, die zwischen 14 und 19 Jahren alt sind und in Berlin leben.

Das Thema Daten und Facebook ist sehr umfangreich. Vor allem, weil die Datenschutzgesetze hier an physische Landesgrenzen stoßen. In jedem Fall sollten sich Facebook-Nutzer mit den ebenfalls sehr umfangreichen Privatsphäre-Einstellungen der Plattform auseinandersetzen.

Lead-Generierung

Jedes Unternehmen, das im Netz funktionieren will, braucht Interessenten. Das funktioniert  über die Generierung von sogenannten Leads. Leads sind potenzielle Kunden, also Nutzer, die ein Interesse an den angebotenen Dienst haben. Leads generiert ein Unternehmen zum Beispiel so: Zu Beginn steht ein kostenloses Produkt zum Angebot, wie ein Newsletter oder ein White Paper zum Download. Um dieses Produkt zu bekommen, muss man jedoch vorher seine E-Mail-Adresse eingeben. Manchmal werden auch weitere Daten abgefragt, wie z. B. der Name oder das Alter.
Mit diesen gesammelten Daten können Unternehmen dann Angebote an die potenziellen Kunden verschicken.

Werbung

Sie haben auf einer Shopping-Plattform nach Schuhen gestöbert – und in der darauffolgenden Zeit sahen Sie auf gänzlich unterschiedlichen Seiten Anzeigen für die Schuhe, die Sie sich vorher angeschaut haben. Kennen Sie das?

Jeder, der im Internet surft, hinterlässt Spuren: welche Seiten wann besucht, was dort geklickt und welches Gerät dafür benutzt wurde. Solche Daten werden über sogenannte Cookies gesammelt. Cookies sind Textdateien, die Webseiten bei einem Besuch automatisch auf Ihrem Rechner abspeichern. Schwarze Schafe im E-Commerce versuchen, diese Surf-Daten mit personenbezogenen Daten anzureichern, um genau zu erfassen wer da jetzt surft. Seriöse Unternehmen erstellen jedoch Cookies nur in anonymisierter Form: So wird nicht die ganze IP-Adresse der Website-Besucher, sondern nur eine gekürzte Fassung verwendet. Beim Surfen kann man außerdem über die Browser-Einstellungen Cookies deaktivieren – viele Webseiten funktionieren ohne Cookies aber nicht oder nicht richtig.

Mit den über Cookies gesammelten Daten können Unternehmen gezielt Werbung ausspielen. Zum Beispiel für Schuhe.

Suchmaschinen

Auch Suchmaschinen wie Google und Co. nutzen das Verhalten von Besuchern, um Werbung auszuspielen. Das ist ihr Geschäftsmodell.
Alles, was ein Nutzer an Suchbegriffen eingibt, kann zusammengeführt werden. Daraus lässt sich dann ein Profil erstellen, das den Nutzer beschreibt. Diese Daten werden angereichert mit den Informationen, die die Suchmaschine auslesen kann: Über welches Gerät an welchem Ort geht der Nutzer ins Web, welche Bildschirmgröße und welches Betriebssystem nutzt er? Sollte der Nutzer bspw. ein Google-Profil besitzen und in eingeloggtem Zustand surfen, können alle diese Daten von Google-Diensten zusammengeführt werden. Da entsteht schon ein ordentlich mehrdimensionales Profil, anhand dessen sich dann passende Werbung ausspielen lässt. So bietet Google seinen Kunden eine zielgruppenorientierte Ausspielung von Werbung an: Eine bestimmte Altersgruppe? Welche Interessen sollen die Zielgruppen haben? Oder in welcher Region soll Deine Werbung ausgespielt werden? Diese Möglichkeiten zum sog. „Targeting“ werden erst durch die Sammlung von Daten möglich.

Digitale Souveränität

Digitale Souveränität ist das Buzz-Wort der digitalen Stunde. Gemeint ist damit die selbstbestimmte Unabhängigkeit von Bürgern, Unternehmen, Institutionen und dem Staat im digitalen Raum. Deshalb machen sich nun Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft für das digitale Individuum stark. Es werden gesetzliche Rahmen benötigt, um die Souveränität der Bürger und Unternehmen zu stärken. Denn im Zeitalter der Digitalisierung werden auch wir zunehmend zu digitalen Bürgern. Wie wir weiterhin selbstbestimmt in der neuen Welt aus Bits und Bytes handeln können, rückt nun auf der politischen Agenda weit nach vorn.
Mehr zur Digitalen Souveränität im Polyas Wahllexikon

Fazit

Im Grunde werden gesammelte Daten, egal ob in Suchmaschinen oder Sozialen Netzwerken hauptsächlich für die Optimierung von Werbung genutzt. Im Internet gibt es – nicht nur deshalb – unzählige Blogs und Seiten, bei denen man sich über den Schutz der eigenen Daten informieren kann.

Eigentlich ist das Sammeln von Daten an sich nichts Schlechtes. Ein Pool von Daten ist erstmal neutral. Damit lässt sich eine Menge anfangen, sowohl Positives als auch Negatives. Die Bundesdatenschutzgesetze legen hier den rechtlichen Rahmen fest. Allerdings nur national.

In Zeiten der Snowden-Enthüllungen, von Datenmissbrauch und Identitätsklau ist allerdings klar: Egal, wie positiv Datennutzung sein kann, der Schutz der eigenen Daten ist sehr wichtig. Welche Daten freiwillig herausgegeben werden, sollte also gut überlegt sein.

Daten werden aber gebraucht, um Dienste im Netz zur Verfügung zu stellen, sie überhaupt zu betreiben. Das wissen auch die Betreiber. Dem entgegen steht die Angst vor der Daten-Herausgabe. Viele Dienste und Anbieter stellen deshalb strenge Richtlinien zum Datenschutz zusammen oder lassen Ihren Dienst zertifizieren. Das zeigt dem Nutzer: Nein, deine Daten geben wir nicht heraus, nicht an Dritte und auch nicht für Werbung. Zudem werden umfangreiche Sicherheitstechnologien verwendet, damit Nutzer sicher sein können, dass ihre Daten in guten Händen sind.