In Spanien und der Schweiz wurde abgestimmt

Immer wieder sonntags: Am 24.04.2016 waren 6,4 Millionen Österreicher ab 16 Jahren dazu aufgerufen einen neuen Bundespräsidenten zu wählen. Die Wahlbeteiligung war mit 68% überraschend hoch. Wir berichten in unseren #WahlNews

Die Ergebnisse im Überblick:

  • FPÖ Kandidat Norbert Hofer erhielt mit 35,3% die meisten Stimmen
  • Alexander Van der Bellen liegt mit 21,3% auf Platz zwei 
  • Die großen Volksparteien SPÖ und ÖVP kamen jeweils nur auf 11%
  • Stichwahl am 22. Mai zwischen Van der Bellen und Hofer.

Abrechnung mit den Regierungsparteien

Die Öffentlichkeit interpretiert das Wahlergebnis als eine Abrechnung der Wähler mit den beiden Volksparteien. Es ist das erste Mal seit dem zweiten Weltkrieg, dass kein Vertreter von SPÖ oder ÖVP in die Hofburg einzieht. Beide von den Parteien gestellten Kandidaten schieden im ersten Wahlgang aus. Das Ergebnis wird als Ausdruck des Zorns der Wähler gesehen, welcher sich gegen die Unfähigkeit zur Veränderung der beiden Regierungsparteien wendet.
Der für die ÖVP ins Rennen gegangene Andreas Khol und der SPÖ Kandidat Rudolf Hundstorfer gelten als Vertreter des politischen Establishments, das schon seit Längerem die Unzufriedenheit der Bevölkerung auf sich zieht.

Der Kampf um den zweiten Platz war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der unabhängigen, von den NEOS unterstützten Kandidatin Irmgard Griss und dem langjährigen Chef der Grünen Alexander van der Bellen. Society Löwe Richard „Mörtel“ Lugner war mit einem Wahlergebnis von 2,3% chancenlos.

Den überraschenden Sieg in der ersten Runde trug der rechtspopulistische Kandidat Norbert Hofer von der FPÖ davon. Der Parteichef der FPÖ Heinz-Christian Strache sprach in einer ersten Stellungnahme von einem „Epochenbruch“. Allerdings konnte er keine absolute Mehrheit erreichen, weshalb im Mai eine Stichwahl zwischen ihm und Van der Bellen stattfinden wird. Die Medien rechnen mit einem erbitterten Lagerwahlkampf im Vorfeld der Stichwahl.

Wichtigstes Wahlkampfthema: die Flüchtlingspolitik

Ein wichtiges Thema für den Wahlkampf war die Flüchtlingskrise, wobei Hofer die Asylpolitik der Regierung als zu weich abmahnte, wohingegen Alexander Van der Bellen den Kurs der Regierung als zu streng ansieht und für eine weltoffene Einstellung in der Flüchtlingsfrage plädiert. Es ist also eine Streitfrage, die die Bevölkerung zu spalten scheint.

Die Wählermotivation: Wer wurde, warum gewählt?

Ein interessanter Punkt im Hinblick auf die Wahlergebnisse ist die Motivation der Wähler. So hat das Institut Public Opinion Strategies 1.200 Personen nach den Motiven ihrer Wahlentscheidung befragt:

  • Norbert Hofer wurde unter anderem gewählt, weil er als jung und dynamisch sowie sympathisch gilt und die richtigen Themen anspreche.
  • Alexander Van der Bellen erhielt viele Wählerstimmen, weil er nach Meinung der Wähler die Werte der Wählerschaft vertritt und sympathisch sowie authentisch auftritt.
  • Irmgard Griss wurde aufgrund ihrer Unabhängigkeit und ihres Geschlechts gewählt, außerdem erachten 20% ihrer Wähler sie als kompetent. Warum es nur 20% sind, verwundert allerdings.
  • SPÖ Kandidat Rudolf Hundstorfer bekam vor allem die Stimmen von SPÖ-Stammwählern, deren Parteitreue personenunabhängig ist.
  • Andreas Khol von der ÖVP war bei seinen Wählern aufgrund seiner Erfahrung beliebt und konnte viele ÖVP-Stammwähler von sich überzeugen.

Alles in allem ist bei der Bundespräsidentenwahl 2016 in Österreich aber noch nichts entschieden. Auch, ob sich Bündnisse zur Unterstützung eines Kandidaten formieren werden, ist noch unklar. Feststeht nur, dass die Regierungsparteien sich verändern müssen, wenn sie bei den Parlamentswahlen 2018 an der Macht bleiben wollen.

About Elisa Utterodt

Egal ob in Österreich, Syrien oder den USA, politische Entscheidungen und Demokratie sind für mich nicht nur in Deutschland von Belang. Vor allem der Einfluss der Digitalisierung auf Kultur und Gesellschaft ist für mich ein spannendes wie aktuelles Thema, über das ich gerne berichte. Wenn ich nicht gerade Zeitung lese oder meine Twittertimeline checke, schaue ich mir zur Entspannung Bundestagsdebatten im Fernsehen an. Seit März dieses Jahres bin ich bei Polyas für die Pflege der Social Media Kanäle zuständig, schreibe Blogartikel und unterstütze das Online-Marketing-Team.

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