In Spanien und der Schweiz wurde abgestimmt

#WahlNews am 24.06.2016: Großbritannien wagt den Brexit und verlässt die europäische Union.

Alle Fakten zum Brexit-Referendum in der Übersicht:

46,5 Millionen Briten waren gestern dazu aufgerufen, über den Brexit abzustimmen. 84% der Wahlberechtigten stimmten über Verbleib oder Austritt Großbritanniens aus der EU ab.

51,9 % der Wahlberechtigten stimmten für einen Austritt aus der EU. 48,1% dagegen.

Die hohe Wahlbeteiligung begründet sich in einer hohen Polarisierung innerhalb der Bevölkerung und der Politik.

Welche Folgen hat der Brexit für Europa und Großbritannien?

Die Gründungsmitglieder der europäischen Union haben ein Krisentreffen anberaumt. Doch lässt EU-Ratspräsident Donald Tusk verlauten, dass die EU auch auf einen negativen Ausgang des Brexit-Referendums vorbereitet gewesen sei und es nicht zu einem rechtlichen Vakuum für die Briten kommen werde.

Währenddessen steht zu befürchten, dass andere Austrittsbewegungen nun einen Nexit (Austritt der Niederlande aus der EU) oder einen Frexit (Austritt Frankreichs) fordern könnten. Marine Le Pen, die Vorsitzende des französischen Front National, hat bereits verlauten lassen, man dürfe sie gerne Madame Frexit nennen.

Der britische Premierminister David Cameron, der für einen Verbleib der Briten in der EU geworben hatte, verkündet noch

britischer Premierminister David Cameron verkündet seinen Rücktritt nach dem Brexit

David Cameron verkündete seinen Rücktritt

am Morgen seinen Rücktritt für Oktober. Es wird spekuliert, ob es nun vorgezogene Wahlen geben wird.

Wie auf Twitter zu lesen war, spüren Briten, die sich derzeit im Ausland aufhalten erste Folgen des Brexit direkt. So ist es ihnen an einigen Geldwechselstuben nicht möglich ihre britischen Pfund umzutauschen.

Generell hinterlässt der Brexit heute sofort Spuren auf dem Finanzmarkt. So brach der Pfund auf ein Rekordtief ein, der Euro sank in seinem Wert unter 1,10 US-Dollar und der DAX brach um 10% ein.

Auch langfristig könnte der Brexit zu großen Veränderungen in wirtschaftlicher wie politischer Hinsicht führen.

Politische und Geo-politische Folgen des EU-Austritts

So wird in Schottland bereits über ein zweites Unabhängigkeitsreferendum geredet, um einen Verbleib in der EU zu ermöglichen. Nicola Sturgeon, First Minister von Schottland, versprach noch am frühen Nachmittag ein Statement zu den Folgen des Brexit für Schottland abzugeben.

Auch in Nordirland werden Rufe nach einem Referendum laut, welches zu einem vereinten Irland führen und den Verbleib in der EU sichern soll.
Beide Regionen stimmten mehrheitlich für einen Verbleib in der EU.

Der spanische Außenminister fordert, dass sich Großbritannien und Spanien vorübergehend die Souveränität über Gibraltar teilen sollten. So lange bis man die seit 1713 zum Vereinten Königreich gehörende Insel an Spanien angliedern könne. Auch die Bewohner Gibraltars stimmten mit einer beachtlichen Mehrheit von 96% gegen einen Brexit.

Allgemein steht zu befürchten, dass UK, ohne ein Mitspracherecht in der EU seine starke weltpolitische Position einbüßen könnte. So prophezeien einige Medien bereits, dass der US-Präsident in Zukunft wohl eher in Berlin oder Paris anrufen werde, um Absprachen zu treffen.

Wirtschaftliche Folgen des Brexit

Wenn Großbritannien den EU-Binnenmarkt verlässt, ist es wahrscheinlich, dass Unternehmen in Zukunft Zölle auf ihre Waren zahlen müssen, wenn sie diese exportieren wollen oder Arbeitsmaterialien und Werkstoffe aus anderen Ländern importieren.

Auch wird es schwieriger Personal zwischen verschiedenen Unternehmensstandorten hin- und herzuschicken. Darüber hinaus wird es keine Freizügigkeit mehr für Arbeitnehmer innerhalb Europas geben.

Dass die Europäische Union die Briten direkt nach ihrem Austritt wieder in den EU-Binnenmarkt eintreten lässt, scheint unwahrscheinlich zu sein.

Doch nicht nur das, durch den Brexit scheint auch eine Abwertung des britischen Pfund wahrscheinlich, die dazu führen würde, dass Firmenanteile, Werke und Maschinen in Unternehmen plötzlich weniger wert wären.

Des Weiteren müssten die Briten mit jedem Land neue Freihandelsabkommen aushandeln, was schwierig werden könnte. So erklärte bereits US-Präsident Barack Obama, dass sich Großbritannien hinten in der Schlange anstellen müsse. Zunächst gilt es für die USA andere Verträge auszuhandeln. Auch scheint ein Freihandelsabkommen mit einem einzelnen Land für die USA nicht sonderlich bedeutsam zu sein.

Aufbruch ins Ungewisse

Ob alles so kommen wird oder ob die Brexit-Befürworter richtig liegen und der austritt aus der EU die britische Wirtschaft beflügeln wird, wird sich erst in zwei Jahren zeigen. Dann nämlich werden die Austrittsverhandlungen mit dem vereinten Königreich abgeschlossen sein.

About Elisa Utterodt

Egal ob in Österreich, Syrien oder den USA, politische Entscheidungen und Demokratie sind für mich nicht nur in Deutschland von Belang. Vor allem der Einfluss der Digitalisierung auf Kultur und Gesellschaft ist für mich ein spannendes wie aktuelles Thema, über das ich gerne berichte. Wenn ich nicht gerade Zeitung lese oder meine Twittertimeline checke, schaue ich mir zur Entspannung Bundestagsdebatten im Fernsehen an. Seit März dieses Jahres bin ich bei Polyas für die Pflege der Social Media Kanäle zuständig, schreibe Blogartikel und unterstütze das Online-Marketing-Team.

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