Digitale Mitbestimmung: Online Vertreterwahlen in Genossenschaften

Die Vertreter- und Vorstandswahlen sind ein wichtiger Teil der Mitgliedermitbestimmung in Genossenschaften. Traditionen und digitale Möglichkeiten lassen sich in diesem Rahmen ausgezeichnet kombinieren.

In Nordamerika gibt es ca. 40.000 Genossenschaften, die in den verschiedensten Bereichen tätig sind. Die Gründe für eine Mitgliedschaft liegen dabei nicht allein in den wirtschaftlichen Vorteilen, vor allem die Gemeinschaft und die Möglichkeiten der Mitbestimmung spielen dabei eine große Rolle.

Das Recht auf Mitbestimmung

Jedes Genossenschaftsmitglied hat das Recht in die Entscheidungen der Genossenschaft einbezogen zu werden, unabhängig davon wie viele Anteile es besitzt. Auf der jährlichen Mitgliedervollversammlung haben die Genossenschaftsmitglieder die Möglichkeit von ihrem Mitbestimmungsrecht Gebrauch zu machen.

Neben der direkten Mitgliedermitbestimmung besteht auch die Möglichkeit Genossenschaftsvertreter zu wählen, die auf der Vertreterversammlung das Stimmrecht für die Mitglieder ausüben. Vor allem Genossenschaften mit vielen Mitgliedern entscheiden sich oft für diese Variante der Mitbestimmung. Allgemein kann man sagen, dass Genossenschaften mit mehr als 1.500 Mitgliedern eher dazu tendieren Vertreter wählen zu lassen, die wiederum den Vorstand der Genossenschaft wählen.

Doch auch die Genossenschaftsvertreter müssen von den Mitgliedern der Genossenschaft gewählt werden. In der Regel finden Vertreterwahlen in Genossenschaften alle zwei bis vier Jahre statt. Einige Genossenschaften wählen aber auch jedes Jahr neue Genossenschaftsvertreter.

Da die Organisation der Vertreterwahlen in Genossenschaften eine zeit- und kostenintensive Angelegenheit ist, stellt sich die Frage, wie Wahlen in der Genossenschaft vereinfacht werden können.

Kundenbindung in Genossenschaften

Meist finden die Vertreterwahlen als Präsenzwahlen statt. Das heißt, dass die Genossenschaftsmitglieder ihre Stimme nur persönlich in einer der Filialen der Genossenschaft abgeben können. Da dies die Gemeinschaft innerhalb der Genossenschaft stärkt, ziehen kleinere regional begrenzte Genossenschaften die Präsenzwahl vor. Doch gerade in städtischen Gebieten haben viele Genossenschaftsmitglieder im Alltag keine Zeit ihre Stimme persönlich in der Filiale abzugeben. Doch auch Mitglieder in ländlichen Gebieten müssen oft lange Anreisewege zur nächsten Filiale einplanen, die viel Zeit verschlingen.

So kommt es, dass die Wahlbeteiligung bei Vertreterwahlen oft niedrig ausfällt. Durchschnittlich liegt sie bei 10-15%. Auch die von vielen Genossenschaften angebotene Möglichkeit zur Briefwahl kann die Wahlbeteiligung nur minimal steigern.

Das liegt vor allem daran, dass auch bei der Briefwahl Hürden überwunden werden müssen. Die Mitglieder müssen die Briefwahlunterlagen innerhalb einer bestimmten Frist beantragen und ihre ausgefüllten Wahlscheine vor dem Ende des Wahlzeitraums zurücksenden. So kommt es, dass viele Genossenschaftsmitglieder Fristen verpassen oder den Aufwand der Briefwahl scheuen. Für die Genossenschaft an sich ist die Briefwahl auch eine Kostenfrage, denn Produktion und Versand der Briefwahlunterlagen sind teuer.

Die Online-Wahl bietet eine Alternative zur Briefwahl und kann die Präsenzwahl optimal ergänzen. Bei einer Online-Wahl können die Mitglieder ohne großen Aufwand von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen und die Kosten für Produktion und Versand der Briefwahlunterlagen entfallen. Erfahren Sie mehr über die Online-Wahl in Genossenschaften.

Um Genossenschaften und ihre Mitglieder über die Vorteile und Möglichkeiten der digitalen Mitbestimmung zu informieren, haben wir unsere dicksten Wintersachen eingepackt und sind nach Quebec zum International Summit for Cooperatives gereist. Wie wir uns vorbereitet haben, können Sie hier lesen.

Modern und traditionell zugleich: das funktioniert.

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About Elisa Utterodt

Egal ob in Österreich, Syrien oder den USA, politische Entscheidungen und Demokratie sind für mich nicht nur in Deutschland von Belang. Vor allem der Einfluss der Digitalisierung auf Kultur und Gesellschaft ist für mich ein spannendes wie aktuelles Thema, über das ich gerne berichte. Wenn ich nicht gerade Zeitung lese oder meine Twittertimeline checke, schaue ich mir zur Entspannung Bundestagsdebatten im Fernsehen an. Seit März dieses Jahres bin ich bei Polyas für die Pflege der Social Media Kanäle zuständig, schreibe Blogartikel und unterstütze das Online-Marketing-Team.

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