Podium Handwerk Veranstaltungsbericht

Heute Auswärts: Der Zentralverband des Deutschen Handwerks lud zum Podium, um die großen Fragen der Digitalisierung im Hinblick auf das Recht zu diskutieren.

Digitalisierung mit Risiken und Nebenwirkungen

Schon in den Begrüßungsworten stellte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer eines deutlich heraus: Die Digitalisierung ist nicht die Herausforderung der Zukunft oder gar der Vergangenheit, sondern sie „ist die Herausforderung von heute“. Dass diese bejubelte Veränderung jedoch nicht nur Chancen bietet, sondern auch mit Risiken einhergeht, die Wollseifer dann von Big Data bis zu der heutigen Sharing-Kultur ausführte, ließ er nicht ungeachtet. Was zähle sei die Information und nicht woher sie stamme, kritisierte der ZDH-Präsident den Umgang mit Urheberrechtsfragen im World Wide Web. Hier nun sei der Gesetzgeber gefordert, was den Ball direkt an den parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz Ulrich Kelber zuspielte.

Vom Buchdruck über die Industrialisierung und nun die Digitalisierung

In den nächsten 20 Jahren werden sich die Arbeitsverhältnisse, unsere Umwelt und Kommunikationswege rasant ändern. Dass Beschlussfassungen auf politischer Ebene die Geschwindigkeit der Digitalisierung nicht annährend erreichen, machte Kelber schon zu Beginn seines Impulsvortrages klar. So hätte die geplante Datenschutz-Grundverordnung das Internet 2.0 geregelt, doch die Version 4.0 sei nur zu geringen Teilen bedacht worden.

Ja zum rechtspolitischen Update

Das da ein rechtspolitisches Update erforderlich sei, konnte der Staatssekretär und Informatiker mit einem deutlichen „Ja!“ beantworten. Denn in der Zukunft wird die Digitalisierung alle Schritte betreffen und dann holte er zu einem wilden Exkurs in eine schon recht nahe Digital-Zukunft aus. Von Taxiunternehmen ohne Taxis, bis hin zu dem Kühlschrank der sich ganz digitalisiert um den Essens-Nachschub kümmert. Im Handwerk wird sich auch vieles in der Ausführung und den Geschäftsfeldern ändern, erklärte Kelber. Diese digitalen Errungenschaften werfen Fragen der Datennutzung, Datensicherheit und der Umgang mit diesen Innovationen im Handwerk auf.

Auf der digitalen Überholspuren – ohne Feldwege! 

Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH dagegen packte die Digitalisierung an der Wurzel. Denn Betriebe bräuchten zunächst eine funktionierende digitale Infrastruktur. Handwerksbetriebe geraten ohne den digitalen Anschluss schnell ins Hintertreffen und bräuchten keine Feldwege, sondern digitale Daten-Autobahnen, um bei der Digitalisierung mithalten zu können.

Chancen im Datenschutz

Eine Chance für die deutsche Wirtschaft erkennt hingegen CDU-Abgeordneter Prof. Dr. Patrick Sensburg und betonte den Ausbau in Hinblick auf den richtigen Umgang mit Datenschutz. Wenn die deutsche Wirtschaft einen guten Datenschutz hinbekäme, würde sich Deutschland zu einem attraktiven Standort für Datensicherheit entwickeln.

Jede Firma muss sich über den Bereich Datensicherheit Gedanken machen!

Das brächte natürlich auch international einen klaren Wettbewerbsvorteil mit sich, erklärte Sensburg. Der Wirtschaftspolitische Sprecher Dieter Janecek bohrte indes in die IT-Sicherheits-Wunde, denn viele kleine Firmen scheuten den Aufwand eine IT-Sicherheitsstruktur zu schaffen. Gerade in diesem Punkt waren sich beide Abgeordneten einig: Jede Firma muss sich über den Bereich Datensicherheit Gedanken machen!

Internet, wem gehört’s?

Zum Abschluss des Podiums wurde eine Frage bearbeitet, deren Antwort wohl noch lange auf sich warten lassen wird: Wem gehört das Internet eigentlich? Eigentlich aber rundete der Schutz der Daten die gelungene Veranstaltung ab mit einer Formel zum richtigen Umgang mit genau diesem Thema von der netzpolitischen Sprecherin Halina Wawzyniak.

 

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Eine treffende Beschreibung für den Umgang mit der Digitalisierung, Arbeit 4.0, Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge.

Fazit

Die Welle der Digitalisierung macht vor keinem Betrieb halt und verändert auch längerfristig den Berufsalltag im Handwerk. Neue Berufsfelder eröffnen sich und alte erübrigen sich. Jedoch bringt der Umgang mit dem größten Umbruch seit der Industrialisierung auch berufliche Chancen, die es zu entdecken gilt.

Zu den Chancen zählen auch die Erleichterung eines digitalisierten Alltags, in dem ungeliebte Tätigkeiten oder zeitintensive Aufgaben mit nur einem Klick erledigt werden können. Polyas zum Beispiel steht für die Chance auf Erleichterung und das digitale Zusammenführen von Wählern, die mit einer bequemen Stimmabgabe online in ihrem digitalen Leben eine Wahl integrieren können.

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