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Mein Name ist Bernd und ich bin auf der Suche nach der digitalen Gesellschaft.
Ich nahm bisher zum Beispiel unter die Lupe, wie digital mein Arbeitsweg ist, wie das Internet unser Einkaufsverhalten verändert oder welche Möglichkeiten es gibt ortsunabhängig zu arbeiten.

Heute brennt mir ein neues Thema unter den Nägeln: Wie läuft das eigentlich mit den Politikern auf Twitter? Wenn ich an das Thema Social-Media und Politik denke, kommt mir vor allem ein Mann in den Sinn: Barack Obama. Social-Media-Nutzung gehört mittlerweile fest zum politischen Wahlkampf in den USA. Seinen Anfang nahm das bei Obamas Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2007 – da setzte Barack Obama seinen ersten Tweet ab.

Doch auch hierzulande kann man den Social-Media-Dienst Twitter und Politik immer weniger trennen. Ich habe mich mal ein wenig mit dem Thema beschäftigt.

Twitter als Plattform für Politiker

Bei Twitter kann man längst nicht nur am Sonntagabend den neuesten Tatort mitkommentieren. Mit jeweils 140 Zeichen pro Tweet schreiben viele Politiktreibende und Institutionen mittlerweile vor sich hin. Die Frage, die sich mir stellt, ist die nach dem Warum.
Ist die Plattform ein PR-Instrument, eine Kommunikationsplattform mit „Bürgernähe“ oder soll es dem politischen Dialog mehr Möglichkeiten bieten?

Das kommt auf den Politiker bzw. seine Pressestelle dahinter an, wie ich rausfand. Im Grunde kann man drei Twitter-Nutzungsverhalten von Politikern unterscheiden.

Twitter für den Dialog

Es gibt Politiker, die Twitter dazu nutzen, Dialoge anzuregen. Das erkennt man daran, dass sie häufig von der Funktion „Retweet“ Gebrauch machen. Sie teilen also Posts von anderen.

Ein Verhalten, dass von der Internetgemeinde als positiv bewertet wird, weil es im besten Fall einen Dialog anregt und andere dazu animiert zu reagieren. Und zwar auch bei Themen, die nicht direkt mit der Person des Teilenden zusammenhängen. Wenn jetzt auf Reaktionen wieder Aktion, in Form von neuen Kommentaren durch den Politiker, folgt, ist er da, der Dialog.

Zu bekannten Vertretern dieser Gattung gehören Peter Altmeier (CDU), Sigmar Gabriel (SPD)Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen).

Schon gewusst?

Top-Trends 2015 zum Thema Politik bei Twitter (weltweit):

DigitalesLeben_Politik_TwitterTrends(Quelle)

 #tcot steht für „Top Conservatives on Twitter“ und heißt soviel wie „Konservatismus-Befürworter auf Twitter“, der Hashtag #LoveWins wurde zur Unterstützung der Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in den USA ins Leben gerufen und #auspol steht als Kürzel für Themen zur Politik Australiens in den sozialen Netzwerken.

 

Twitter für die Eigenwerbung

Wer Twitter zu PR – Public Relations im deutschen als Öffentlichkeitsarbeit bezeichnet – und Parteiwerbung benutzt, macht zwar Wahlkampf auf digitalem Niveau, hat aber den Zweck der Plattform im eigentlichen Sinn etwas verfehlt: Twitter ist keine Litfaßsäule, Twitter ist eine auf wenige Zeichen beschränkte Möglichkeit der Interaktion.

Dennoch gibt es auch hier Accounts, über die Wahlkampf betrieben, auf Infoveranstaltungen hingewiesen oder für die eigene Sache Werbung gemacht wird. Das ist nicht verwerflich, fördert aber auch keinerlei Dialog. Im Grunde ist es das Plakate-Aufhängen des Internets. Interessiert die aktiven Mitglieder im Zweifel aber weniger.

Es gibt auch Politiker, die nicht selbst twittern, sondern das von ihrer PR-Abteilung erledigen lassen. Das treibt die ganze Sache dann natürlich weit, weit weg von besagter Bürgernähe.

Vertreter: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Hannelore Kraft (SPD)

Schon gewusst?

Unter den Top-5 der „Celebrities“ mit den meisten Followern weltweit, gibt es einen Politiker:

Hashtags erleichtern das Filtern von Informationen und werden als politische Litfaßsäule genutzt.(Quelle)

Twitter als Informationsfeed

Kommentieren und Informationen streuen, ohne in eine Diskussion einzutreten, ist eine weitere Möglichkeit, die Social-Media-Plattform zu nutzen. So twittern Politiker auch gerne einfach ihre politischen Statements zum aktuellen Geschehen. Warum nicht.

Wer das macht: Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen), Katja Kipping (Die Linke) und Sarah Wagenknecht (Die Linke)

Schon gewusst?

Ranking der Politiker des deutschen Bundestages nach Anzahl der Twitter-Follower (Oktober 2015):

DigitalesLeben_Politik_Bundestag(Quelle)

Barack Obama gehört mit über 600 000 Followern und mehr als 14 000 Tweets definitiv zur Bestenliste was Twitter-Aktivität angeht. Seit 2015 twittert er auch persönlich unter @POTUS („President Of The United States). Seinen bisherigen Account gibt es auch noch – der allerdings wird hauptsächlich von seinem Wahlkampfteam betrieben.

Einen Überblick über die Twitteraktivität von Bundestagsmitgliedern bietet übrigens die Seite www.bundestwitter.de, ein aktuelles Social-Media-Ranking gibt es unter pluragraph.de.