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Wie digital mein Arbeitsweg ist, habe ich Ihnen schon berichtet.

Bisher dachte ich: Das ist ja schon eine ganze Menge an virtuellen Tätigkeiten komplett vor Beginn des eigentlichen Arbeitstages. Bis ich neulich Abend meinen Kumpel Martin traf. Wir saßen zusammen am Thresen bei einem kühlen Bier und unterhielten uns über meine Suche nach der „digitalen Gesellschaft“. Ich berichtete ihm von den digitalen Möglichkeiten des Einkaufens und wie intelligent unsere Häuser mittlerweile sein können.

Martin schaute mich an und sagte: „Bernd, wenn du die digitale Gesellschaft suchst – ich sitze direkt vor dir.“ Und dann erzählte er mir, wie er sich gerade beruflich verändert, sich selbständig gemacht hat und dank Internet in der Lage ist, von überall auf der Welt zu arbeiten. Und zwar mit einer Art „digitalem Büro“. Aber ich beginne von vorn:

Die Welt ist mein Zuhause: Digitales Arbeiten braucht kein echtes Büro mehr

Ich gebe zu, als Martin mir seine „Lebensveränderung“ eröffnete, war ich erstmal sprachlos. Er, der erfolgreiche Software-Entwickler, stellt sein Leben auf den Kopf und ich hab es nicht einmal mitbekommen.

„Es fing alles damit an, dass ich gezwungen war, eine zeitlang von Zuhause zu arbeiten und also sämtliche Arbeitsaufgaben von dort erledigte. Nach einer Weile bemerkte ich, dass die Arbeit auch ohne meine physische Anwesenheit reibungslos funktionierte. Da kam mir dann eine Idee …“, erzählte Martin weiter.

Meine Stimme ist da, aber ich bin in Norwegen

Die Idee von Martin war, sich selbständig zu machen und als Freelancer für verschiedene Firmen zu arbeiten – aber ohne jemals in den Büros seiner Auftraggeber zu sein. Als leidenschaftlicher Angler wollte er nämlich am liebsten den Großteil des Jahres auf einem Fjord in Norwegen verbringen. Seine Prämisse für alle Aufträge ist also: nicht anwesend sein müssen.

Wie sich herausstellte, ist das auch nicht nötig. Martin konnte sein „neues Arbeitsleben“ also sofort beginnen. Jedes Meeting, so Martin, lässt sich per Telefon, Handy oder kostenlos über VoIP abhalten. „VoIP“ steht für „Voice over IP“ und bedeutet „Telefonieren übers Internet“. Hat man eine stabile Internetverbindung, ist dies problemlos möglich – sogar mit Videoübertragung.

„Die Kollegen können mich sehen und hören und ich sie auch – was braucht man mehr für ein Meeting?”

Head in the clouds! E-Mails, Cloud-Services & Co.

Software-Entwickler, so Martin, arbeiten eh mit allen möglichen Software-Tools, die die Prozesse optimieren. Neben den Meetings laufe also eh alles digital ab. Und dann beschrieb er mir seine „digitalen Werkzeuge“:

  • Kommunikation: Alles Absprachen werden via Telefon, VoIP, E-Mails oder Software zur Arbeitsaufteilung (z. B. Software-Programme wie Trello, JIRA, Asana) abgehalten.
  • Kundenakquise: Aufträge finden sich über Berufnetzwerke und Gruppen in Social-Media-Plattformen (z. B. Facebook, Xing, Linkedin). Bewerbungen und Angebote werden online versandt, per E-Mail oder persönlicher Nachricht.
  • Datenspeicher und Backups: Wichtige Dateien oder große Formate werden schnell über „die Cloud“ archiviert oder versandt. Über einen eigenen Account lassen sich so online Dateien speichern. Martin nutzt dafür z. B. Dropbox, es gibt aber noch viele weitere Anbieter.
  • Buchhaltung: Es gibt mittlerweile viele Online-Tools für die Buchhaltung und spezielle Software für Selbständige. Hier lassen sich Angebote und Rechnungen auf Knopfdruck erstellen, Kalkulationen errechnen, Quittungen und Belege per zugehöriger App einscannen und verwalten sowie Einnahmen und Ausgaben auflisten.

„Der Papierkram muss wirklich nicht sein. Ich mache das digital, das spart meine Zeit und rettet jedesmal ein bisschen Wald!”

Sein Steuerberater hat ebenfalls einen Zugang zur Buchhaltungssoftware und kann so ohne großen Aufwand alle steuerlichen Angelegenheiten für Martin regeln, ohne das dieser erst diverse Aktenordner in dessen Büro schleppen muss.

Martin ist zufrieden: „Mein Büro ist mein Computer. Deshalb kann ich ihn auch überall hin mitnehmen. Vorausgesetzt, es gibt eine stabile Internetverbindung und keine Probleme mit Zeitzonen, kann ich von der ganzen Welt aus arbeiten.“

Digitale Nomaden – die Wanderarbeiter von heute

Nach dem Treffen mit Martin bin ich noch lange in Gedanken. Wenn wir doch so viele Möglichkeiten haben, digital zu arbeiten – wieso gehen dann so viele Leute ins Büro? Wieso gehe ich eigentlich ins Büro? Ich könnte mir durchaus einen Arbeitsplatz unter Palmen vorstellen …

Ich habe Lust, das einmal zu recherchieren. Zuhause klappe ich den Rechner auf und suche bei Google nach den Schlagworten „ortsunabhängig arbeiten“, „Selbständigkeit“ usw.

Kurze Zeit später stoße ich auf den Begriff „Digitale Nomaden“ und mache große Augen. Denn offenbar gibt es bereits eine ganze Bewegung von Leuten, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen, um ortsunabhängig arbeiten zu können. Sie haben keinen festen Wohnsitz, sondern reisen um die Welt und arbeiten währenddessen – im Internet. Das sind durchaus nicht alles Software-Entwickler: Ich lese z. B. von Textern und Autoren, Marketing-Managern, Steuerberatern, Bloggern, Coaches, Event-Managern und Yoga-Lehrern.

Schon gewusst?

Digitale Nomaden arbeiten online in einer virtuellen Arbeitswelt. Quelle: http://www.deutschland-zieht-aus.de/about

Digitale Nomaden arbeiten online in einer virtuellen Arbeitswelt. Quelle: http://www.deutschland-zieht-aus.de/about

Ganz besonders interessant finde ich den Beruf des „virtuellen Assistenten“. Da kann ein Selbständiger oder ein Unternehmen jemanden engagieren, der selbst unterwegs ist, aber alles Bürokratische regelt. Papierkram, Steuersachen, Buchhaltung, Terminvereinbarungen – alles per E-Mail und über gemeinsam genutzte Software, die wie ein schwarzes Brett funktioniert (wie z. B. Trello): Der Auftraggeber schreibt rein, was getan werden muss, der virtuelle Assistent greift sich die digitale Notiz, bearbeitet sie und markiert sie dann als „in Arbeit“ und „Erledigt“.
Ich finde das großartig.

Ich komme zu dem Schluß, dass Martin einer Bewegung angehört, die die Zukunft der Arbeit gestalten könnte. Wie sehen wohl die Arbeitsplätze in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren aus? Gibt es dann noch Büros? Oder werden immer mehr Menschen ihren Fokus auf die persönliche Freiheit und Freizeit legen und das Arbeiten effizienter oder „von unterwegs aus“ organisieren?

Schon gewusst?

Die Top-Jobs für digitale Nomaden mit virtuellem Büro. Quelle: http://travelworklive.de/wp-content/uploads/2014/11/digitaler-nomade-werden-infografik.jpg

Die Top-Jobs für digitale Nomaden mit virtuellem Büro. Quelle: http://travelworklive.de/wp-content/uploads/2014/11/digitaler-nomade-werden-infografik.jpg

 

Digital wird normal: Wie Computertechnik die Arbeitswelt optimiert

Wenn man von Zukunft und Technik spricht, kommt man um Roboter nicht herum. Und so finde ich mich wenig später vertieft in Artikel über Exoskelette.

Auch wenn diese noch nicht ganz so weit entwickelt sind, wie in Science-Fiction-Filmen, sie helfen bereits heute bei der Arbeit: Ein Exoskelett schnallt man sich sozusagen um den Körper und alle Bewegungen werden durch das „Skelett“ und Servomotoren an den Gelenken verstärkt. So wird z. B. körperlich schwere Arbeit leichter und der Körper geschont. Die Welt bezeichnete diese Exoskelette auch als „Skelette zum Anziehen“, die „Superkräfte“ verleihen.

Aber auch sonst sind vollautomatisierte Roboter bereits in der Arbeitswelt angekommen: Prüfrobotoren für die Schale von Flugzeugen finden selbst kleinste Fehler, die ein Mensch möglicherweise übersehen könnte. Selbstfahrende Autos könnten in Zukunft Spedition und Transport von Waren unterstützen. In der Forschung sind „künstliche Intelligenz“ und selbstlernende Systeme ein heißes Thema.

Doch das ist ein weites Feld und hat mit der Digitalisierung des eigenen Alltags noch nicht allzu viel zu tun. Noch hat Martin keine Roboter, die ihn in seiner Arbeit unterstützen. Es sei denn, man bezeichnet seinen Laptop als seinen persönlichen Büro-Roboter – womit man gar nicht so verkehrt läge: Denn wie Martin erzählt, hilft ihm sein Computer über bestimmte Software dabei, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Er blendet während der Arbeitszeit Störungen aus (z. B. Facebook-Benachrichtigungen, Chat-Anfragen) oder sperrt über eine „Blacklist“ Webseiten, die von der Arbeit ablenken könnten (Stichwort: lustige Youtube-Videos).

Schon gewusst?

Virtuelles Arbeiten

Virtuelles Arbeiten erleichtert: Mit einem digitalem Superman-Gewand

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Digitale Demokratie