Trump hat gewonnen. Warum?

Mit Spannung wurde das erste TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump erwartet. Nach Wochen der gegenseitigen Angriffe standen sich die beiden Kontrahenten gegenüber. Weltweit wurden Millionen Menschen Zeugen, wie Beide unter Druck agieren. Dabei offenbarten sich deutliche Mängel.

Trump wird überumpelt

In New York trafen Clinton und Trump aufeinander, um vor Publikum ihre Haltungen darzustellen. Moderator war der Journalist Lester Holt, der aber während der Debatte kaum wahrnehmbar und mehr Stichwortgeber war.

Im ersten Drittel war Trump in der Offensive. Er präsentierte sich als jemanden, der nichts mit „denen da oben“ zu tun hat und das Establishment aufwirbeln wird. So sprach er von der Eindämmung des Freihandels und der Einwanderung, sowie von fehlenden Industriejobs und nannte dabei keine Details. Er sprach, wie er auch auf Twitter agiert: populistisch und zuspitzend. Damit wird er seine Stammwählerschaft befriedigt haben.

Doch Trump gelang es nicht, auf kritische Nachfragen souverän zu antworten. Als ihn Holt danach fragt, ob er die, vor allem bei Rechten verbreiteten, Gerüchte um den Geburtsort von Barack Obama zu seinem Vorteil genutzt hat, stottert Trump und wirkt überrumpelt.

Dieser Eindruck verstärkt sich im Laufe der Debatte: Trump wirkt zerfahren und teilweise überfordert. Er hatte im Vorfeld noch darüber gesprochen, wie wenig er sich vorbereitet habe. Er vertraue seinem Instinkt. Doch dieser hat ihn verlassen. Zum Ende der Debatte konnte er kaum zusammenhängend sprechen. Als er gefragt wurde, wie er die USA vor Hackerangriffen schützen will, sprach er von seinem zehnjährigen Sohn und dessen Begeisterung für Computer.

Punktsieg für Clinton – und nicht mehr

Trump versuchte dagegen immer wieder seine Kontrahentin anzugreifen, doch diese blieb, zu seinem Erstaunen, ruhig und parierte geschickt. Im Vorfeld kam heraus, dass sich Clinton minutiös auf die Debatte vorbereitet hatte. Das fiel sofort auf – nicht nur im Vergleich zu Trump.

Ihre Antworten waren detailreich. Es wurde deutlich, wie viel Erfahrung Clinton auf dem Politikparkett hat. Zudem gelang es ihr ohne Mühe, Trump zu provozieren, der immer wieder darauf reagierte und die Contenance verlor.

Doch obwohl Clinton nach Expertensicht und ersten Umfragen die Debatte gewonnen hat, kommen noch noch zwei weitere Debatten auf Sie zu. Donald Trump hat schon angedeutet, dass er sich rächen will.

Außerdem könnte die E-Mail-Affäre ein größeres Thema werden, welches bei dieser Debatte nur am Rande thematisiert wurde. Clinton wird vielleicht einige unentschlossene Wähler die Unzulänglichkeiten von Trump gezeigt haben, aber das bedeutet nicht, dass sie auch deren Vertrauen gewonnen hat.

Es bleibt spannend in den USA. Die nächste Debatte ist für den 9. Oktober angesetzt. Erfahren Sie unterdessen mehr über das Wahlsystem in den USA.

About Laila Oudray

Um die Welt zu gestalten und zu verbessern, benötigt man Informationen. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese Informationen zu recherchieren und hoffentlich unterhaltsam aufzubereiten. Wenn ich nicht gerade das World Wide Web für die interessantesten Themen durchforste, lebe ich meine musikalische Seite aus und singe (wie man mir sagt, auch gar nicht so schlecht). Seit April arbeite ich bei Polyas. Hier bin ich für die Pressearbeit zuständig und schreibe Blogartikel.

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