Nicht-Wähler bei Volksabstimmungen: Was sind ihre Gründe?

Warum Menschen auf ihr Wahlrecht verzichten, beschäftigt die Politik und die Medien schon lange. Es wurden immer mehr Statistiken erstellt, die den Nicht-Wähler erfassen sollen – wer er ist, wo er herkommt und was ihm wichtig ist.

Mehrere Stiftungen und Meinungsinstitute haben sich in Studien der Frage angenähert, wer die Nicht-Wähler sind. Dabei ging es vor allem um den sozialen Hintergrund, den Bildungsgrad und die persönlichen Interessen. Damit soll eine Art „Nicht-Wähler-Archetyp“ dargestellt werden, anhand dessen Strategien entwickelt werden können, um die Wahlbeteiligung zu steigern.

Lesen Sie hier, wie Sie mit Online-Wahlen einfach die Wahlbeteiligung in ihrem Verein oder Unternehmen steigern können. 

Ostdeutsche sind häufiger Nicht-Wähler als Westdeutsche

Unter den Nicht-Wählern sind Ostdeutsche überproportional häufig vertreten. Das war bereits bei den ersten bundesdeutschen Wahlen so und hat sich bis zur Bundestagswahl 2013 nicht geändert. Der Anteil der Bürgern aus den neuen Bundesländern an den Nichtwählern beträgt seit Jahren um die 23 %. Damit sind die Ostdeutschen häufiger Nicht-Wähler, als es der Verteilung der Wahlberechtigten entsprechen würde. 

Männer und Frauen gehören gleichermaßen häufig zu den Nicht-Wählern.

Der Nicht-Wähler ist jung – das ist gefährlich

Die meisten jungen Menschen wählen unregelmäßig oder gar nicht. Nur 27% der 18-24-jährigen sagten aus, dass sie immer wählen. Somit verschiebt sich der politische Einfluss auf die älteren Generationen. Vor allem auf diejenigen über 65 Jahren, 74% dieser Altersgruppe behauptet von sich, immer wählen zu gehen.

Diese Zahlen bergen ein Risiko, da die Politik sich somit stärker auf die älteren Wählergruppen konzentriert und eher Entscheidungen treffen wird, die ihnen die Stimmen dieser Wähler bringt. Welche Konsequenzen das haben kann, zeigt der Brexit. Zwar stimmten die Wähler unter 30 mehrheitlich für den Verbleib Großbritanniens in der EU, da aber nur um die 30% der jungen Wähler an die Wahlurnen ging, kam es zu einer Mehrheit für den Austritt.

Wer nicht wählt, engagiert sich grundsätzlich weniger

Wahlen alleine reichen nicht, um eine Demokratie zu beleben und zu gestalten. Allerdings ist dieser Akt die notwendige Bedingung, um eine Demokratie am Leben zu halten.

Es ist erwiesen, dass jene, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, weniger engagiert sind. So beteiligen sie sich seltener an Unterschriftsaktionen, Bürgerinitiativen oder an Demonstrationen als jene, die immer wählen gehen. 

Diese Statistiken stellen erste Anhaltspunkt dar, um Nicht-Wähler zu verstehen. Allerdings ist zu beachten, dass es sich hierbei um keine homogene Gruppe handelt. Jeder Mensch hat individuelle Hintergründe und Motive. Diese kann keine Statistik komplett darstellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

About Laila Oudray

Um die Welt zu gestalten und zu verbessern, benötigt man Informationen. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese Informationen zu recherchieren und hoffentlich unterhaltsam aufzubereiten. Wenn ich nicht gerade das World Wide Web für die interessantesten Themen durchforste, lebe ich meine musikalische Seite aus und singe (wie man mir sagt, auch gar nicht so schlecht). Seit April arbeite ich bei Polyas. Hier bin ich für die Pressearbeit zuständig und schreibe Blogartikel.

Category

Wahlbeteiligung

Tags

, ,