Wahlbeteiligung_4

Es fehlt nicht an Ideen, um Wahlbeteiligung zu steigern. Manche davon, wie z. B. groß angelegte Motivationskampagnen, bringen allerdings umfangreichen organisatorischen Aufwand mit sich, verlangen somit viel Planung und sind nicht besonders schnell umzusetzen. Andere jedoch folgen der Redensart: „Wenig Aufwand, große Wirkung.“ Eine von diesen Maßnahmen, die viel bewirken können, hat gerade einmal fünf Buchstaben.

„Keine Schuld ist dingender als die, Danke zu sagen.“

– Marcus Tullius Cicero, römischer Schriftsteller –

Kostet nichts, bringt viel: Danke sagen

Wenn Sie Wahlberechtigte vor einer Wahl ansprechen, bedanken Sie sich zu Anfang für die Teilnahme an vergangenen Wahlen. Fassen Sie kurz zusammen, was die vorige Wahl bewirkt hat und was durch die Teilnahme der Wähler erreicht werden konnte. Weisen Sie gleichzeitig darauf hin, dass jetzt eine neue Gelegenheit ansteht, Entscheidungen aktiv mitzugestalten. Die Verbindung dieser beiden Aussagen trägt dazu bei, die Wahlberechtigten zu aktivieren – egal, ob jemand bisher tatsächlich gewählt hat oder nicht.

Ein Danke ist ein Feedback

Wenn sich ein Mensch bei einem anderen bedankt, wird sehr viel mehr vermittelt als nur ein einziges Wort. Wie bei einem Lächeln oder einem Kopfnicken schwingt hier viel zusätzliche nonverbale Kommunikation mit:

  • Die Bemühungen des Gegenübers werden bemerkt und wertgeschätzt.
  • Diese Bemühungen – die auf freiwilliger Basis geschehen – werden nicht als selbstverständlich angesehen.
  • Es wird signalisiert, dass das Gegenüber ernst genommen wird.
  • Es wird Respekt ausgedrückt.

Gleichzeitig löst das Bedanken eine gegenseitige Zufriedenheit aus, welche auf dem Gefühl der Verbundenheit beruht. Und das unterstützt wiederum auch die Schaffung eines Zugehörigkeitsgefühls, welches Thema des vorangegangenen Tipps zur Steigerung der Wahlbeteiligung war.

Wertschätzung schlägt Wahlverdrossenheit

Viele Wahlberechtigte wählen nicht, weil sie das Gefühl haben, dass Ihre Beteiligung keinen Unterschied bewirkt. Dieses Gefühl entsteht, wenn sie sich nicht einbezogen fühlen. Schon kleine kommunikative „Handreichungen“, wie die richtige Ansprache oder eben eine Danksagung, können diesem Eindruck sehr entgegenwirken.

Wichtig hierbei ist, dass solche Kommunikation nicht zur bloßen Höflichkeitsfloskel verkommt, die auf die Schnelle eingestreut wird – denn dann kann sie nur wenig bewirken oder sogar das Gegenteil. Ein ernst gemeintes Danke hingegen bleibt positiv im Gedächtnis und motiviert Wahlberechtigte, ihre Stimmen zu nutzen – denn schließlich werden sie ja auch bemerkt.