Evangelische Kirche im Rheinland meistert digitale Presbyteriumswahl

“60 % der Stimmen

wurden online abgegeben”

  • Hybride Stimmabgabe – digital, per Brief und an der Urne
  • Lösungsansätze für Wahlmarketing für Kirchen
  • Empfehlungen und Tipps von Kirchen, die online wählen

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) ermöglichte bei den Presbyteriumswahlen 2024 über 370.000 Wahlberechtigten, ihre Stimme digital, an der Urne oder per Briefwahl abzugeben.

Mehr als die Hälfte der Wähler:innen entschied sich für die digitale Stimmabgabe. Zur Vorbereitung hatte die Kirche gemeinsam mit POLYAS einen Wahlmarketing-Workshop durchgeführt, um die Wahlberechtigten über verschiedene Kommunikationskanäle bestmöglich auf die Wahl aufmerksam zu machen.

Wir sprachen mit Frau Kirsten Troost-Ashour, die als Projektleiterin die digitale Presbyteriumswahl 2024 maßgeblich mit organisiert hat.

Welche Bedürfnisse oder Herausforderungen an die Wahl haben Sie dazu bewogen, die Wahl zu digitalisieren? Was hat das für Vorteile für Sie beinhaltet?

Wir wollten unsere Mitglieder besser erreichen und die Wahlbeteiligung steigern. 2020 lag unsere Wahlbeteiligung bei nur 9,5 %. Es wird auch zunehmend schwieriger, Ehrenamtliche zu finden, die das Amt der Presbyterin oder des Presbyters übernehmen wollen. Die Online-Wahl wurde als Mittel gesehen, um die Legitimation der Presbyterinnen und Presbyter zu stärken und die Mitglieder besser einzubinden. Dazu haben wir einen umfangreichen Prozess gestartet, in dem unsere landessynodalen Gremien beteiligt waren. Das Votum fiel eindeutig zugunsten der Einführung der Online-Wahl aus, zusätzlich zu bisherigen Möglichkeiten der Brief- und Urnenwahl. Die fortschreitende Digitalisierung und die Erfahrungen aus der Corona-Zeit haben uns zudem darin bestärkt, diesen Schritt zu gehen.

Sehen Sie die Aufzeichnung des kompletten Interviews!

Resümee und Tipps der EKiR zur digitalen Wahl

Wie haben die Wahlberechtigten auf die neue Option der Online-Stimmabgabe reagiert? Haben Sie dazu Rückmeldungen erhalten?

Das Feedback war sehr positiv. Mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen – etwa 60 % – wurden online abgegeben. Das zeigt, dass diese Option sehr gut angenommen wurde.

 Wenn Sie die Wahl von 2024 in drei Worten beschreiben müssten, welche wären das?

Demokratisch, digital und mitgliederorientiert. Es ging darum, die Presbyterinnen und Presbyter legitimiert zu wählen, neue digitale Möglichkeiten zu nutzen und die Mitglieder effektiv zu erreichen.

Was würden Sie anderen Kirchen empfehlen, die eine Online-Wahl einführen möchten? Was sind die ersten Schritte?

Eine Online-Wahl ist definitiv empfehlenswert, auch wenn sie bei uns die Wahlbeteiligung nicht so stark erhöht hat wie erhofft. Aus unserer Sicht war es sinnvoll, alle drei Optionen – Online-Wahl, Briefwahl und Urnenwahl – anzubieten, um alle Zielgruppen zu erreichen. Die Beteiligung der Gremien im Vorfeld ist dabei essenziell, um die Akzeptanz des digitalen Formats zu sichern. Zudem sollte immer eine Testwahl durchgeführt werden, um potenzielle Probleme im Ablauf zu erkennen und vorab zu beheben. Dies ist zwar zeitaufwendig, hat sich aber als sehr wertvoll erwiesen.

Online-Wahl der EKiR

Wahlmarketing der Evangelischen Kirche im Rheinland: Von der Plakatkampagne bis zum Influencer-Pfarrer

Sie haben im Vorfeld einen Wahlmarketing-Workshop durchgeführt. Haben Sie danach Ihre Wahlwerbung verändert oder neue Ansätze ausprobiert?

Der Workshop war sehr hilfreich, um unsere Kommunikationskanäle zu analysieren. Neben dem Gemeindebrief, der immer noch eine wichtige Rolle spielt, wurden neue Kanäle wie Social Media und die Webseiten der Gemeinden stärker eingebunden. Wir haben Flyer, eine Plakatkampagne und Share-Pics für Social Media entwickelt. Die Gemeinden erhielten diese Materialien im Anschluss von uns und konnten sie für Ihre Zwecke anpassen. Wir haben zudem Streuartikel wie Kugelschreiber und Fruchtgummis bereitgestellt sowie Infomaterial, um innerhalb der Gemeinden zur Online-Wahl aufzuklären und Bedenken auszuräumen.

Wie sind Sie auf die unterschiedlichen Zielgruppen Ihrer Kirche eingegangen? Haben Sie Unterschiede in der Ansprache gemacht?

Social Media spielte eine zentrale Rolle, da auch viele ältere Menschen mittlerweile dort aktiv sind. Wir haben einen animierten Film zur Presbyteriumswahl erstellt und einen jungen Pfarrer mit großer Social-Media-Reichweite als Botschafter gewinnen können, der zur Wahl aufgerufen hat. Ältere Mitglieder wurden weiterhin über den Gemeindebrief, Mundpropaganda und Plakate erreicht. Auf den Webseiten der Kirchengemeinden wurden zusätzlich die Kandidierenden vorgestellt.

Sie möchte ebenso wie die Evangelische Kirche im Rheinland Ihr Wahlmarketing verbessern? Wir unterstützen Sie dabei in unserem Wahlmarketing-Workshop!

Wahlmarketing der Evangelischen Kirche im Rheinland
Lea-Techen

Guten Tag,

ich bin Lea Techen, erfahrene Vertriebsmitarbeiterin für Online-Wahlen.

Mein Ziel ist es, Kirchen wie die Evangelische Kirche im Rheinland dabei zu unterstützen, ihre Wahlprozesse zu modernisieren und zu optimieren. Ich freue mich auf Ihre Anfrage.

FAQ für Kirchenwahlen

Ja. Eine Online-Wahl kostet im Durchschnitt bis zu 50 % weniger als eine traditionelle Briefwahl und der Aufwand ist auch geringer. Hier sind einige der Hauptvorteile:

  • Automatisierte Auszählung: Die Auszählung der Stimmen erfolgt automatisch und sofort nach dem Ende der Wahlperiode, was die Zeit für die Ergebnisermittlung erheblich verkürzt.
  • Reduzierte Personalkosten: Weniger Personal ist erforderlich, da die manuelle Stimmabgabe und -auszählung wegfallen.
  • Umweltfreundlichkeit: Durch den Verzicht (oder die Reduzierung) auf Papier und physische Materialien werden natürliche Ressourcen geschont.
  • Erhöhte Beteiligung: Wähler:innen können von überall und zu jeder Zeit an der Wahl teilnehmen, was die Wahlbeteiligung erhöhen kann.
  • Einfache Verwaltung: Die Verwaltung der Wählerverzeichnisse und die Überprüfung der Wahlberechtigung sind digital einfacher zu handhaben.
  • Transparenz: Die Ergebnisse sind sofort einsehbar und können transparent überprüft werden

Unsere Expertinnen beraten Sie gerne und bereiten für Sie einen Angebot gerne vor.

Ja. POLYAS hat bereits mehr als 109 Kirchen dabei unterstützt, Ihre Wahlen digital umzusetzen. Mit POLYAS können Sie problemlos auch sehr komplexe Wahlen abbilden und durchführen.

Ja, in vielen Ländern und Regionen sind Online-Wahlen rechtlich zulässig, sofern sie bestimmten gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Es ist wichtig, die spezifischen Gesetze und Vorschriften des jeweiligen Landes oder Bundeslandes zu prüfen.

Technische Probleme während der Wahl werden durch einen technischen Support, der während der Wahlzeit verfügbar ist, sowie durch die Einrichtung eines Notfallplans für unvorhergesehene Probleme, behoben.

Durch die Bereitstellung verschiedener Zugangsmöglichkeiten, wie PC, Smartphone und Tablet, sowie durch die Bereitstellung von Unterstützungsangeboten für Mitglieder, die Hilfe benötigen, wird die Teilnahme an den Online-Wahlen erheblich erleichtert. Die Zugangsdaten können zudem auch per Post versendet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Online-Wahl mit einer Briefwahl zu kombinieren.

Durch den Einsatz von Verschlüsselungstechnologien, sicheren Servern, regelmäßigen Sicherheitsupdates und Audits kann die Sicherheit und Integrität der Wahlen gewährleistet werden. Anonyme und geheime Wahlen werden durch die Trennung von Identitäts- und Stimmabgabeinformationen sowie durch die Verwendung sicherer Authentifizierungs- und Verschlüsselungsverfahren gewährleistet.

Durch einfache und benutzerfreundliche Wahlplattformen sowie durch Schulungen und Unterstützung, beispielsweise über Telefonhotlines oder Schulungsvideos.

Ja. Mit dem POLYAS Online-Wahlsystem können Sie problemlos Ihre Wahl hybrid gestalten. Unsere Expert:innen beraten Sie gerne.