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The principle of public access in online voting

Aus der Forschung: Das Öffentlichkeitsprinzip bei der Online-Wahl

Polyas wird auf der E-Vote ID erstmals eine verbesserte Version der Cast-as-intended-Verifizierbarkeit vorstellen. Damit soll bei Online-Wahlen die korrekte Stimmabgabe für jedermann überprüfbar werden.

Polyas setzt Öffentlichkeitsprinzip um

Bei Wahlen in Deutschland gilt neben den Wahlgrundsätzen das Öffentlichkeitsprinzip. Jeder hat demnach das Recht, die Auszählung der Stimmen zu beobachten und damit den korrekten Wahlvorgang zu kontrollieren. Einzig die Abgabe der Stimmen muss geheim bleiben. Bislang war dies nur möglich bei einer Präsenzwahl am Wahltag im Wahllokal. Polyas arbeitet jedoch daran, dieses Öffentlichkeitsprinzip auf die Online-Wahl zu übertragen.

Auf der E-Vote ID 2017, einer internationalen Konferenz zur elektronischen Wahl im Österreichischen Bregenz, wird Dr. Tomasz Truderung, Head of Research von Polyas,  eine neue Variante der Cast-as-intended-Verifizierbarkeit präsentieren. Das ist ein Verfahren, mit dem Wähler bei einer Online-Wahl nachvollziehen können, ob ihre Stimmen wie beabsichtigt registriert wurden. Die Methode der Cast-as-intended-Verifizierbarkeit wurde bei kommunalen Wahlen in Norwegen sowie im Schweizer Kanton Neuchâtel bereits angewendet.

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Ein Code zur Bestätigung der Stimmabgabe

Die Cast-as-intended-Verifizierbarkeit funktioniert wie folgt: Bei der Online-Wahl erhält der Wähler per Mail oder Post einen Link zum Wahlsystem und kann sich dort mit den zuvor erhaltenen Zugangsdaten anmelden. Hier gibt er seine Stimmen ab. Neben jeder Wahlmöglichkeit auf dem Stimmzettel befindet sich eine Kombination aus zufällig ausgewählten Zahlen oder Buchstaben, der sogenannte Return Code. Dieser ist allein einer Wahlmöglichkeit zugeordnet. Jeder Wahlberechtigte findet für seine Wahlmöglichkeiten andere Return Codes. So ist sichergestellt, dass jeder Return Code eineindeutig ist.

Hat der Wähler seine Stimme abgegeben, erhält er den Return Code über einen alternativen elektronischen Kanal zurück. Stimmt der Code, kann sich der Wähler sicher sein, dass seine Stimme korrekt angekommen ist und bestätigt dieses durch einen Mausklick. Stimmt der Code nicht, kann der Wähler die Stimmabgabe wiederhohlen.

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Manipulation der Online-Wahl wird erheblich erschwert

Die von Polyas vorgestellte Methode zur Cast-as-intended-Verifizierbarkeit benötigt nur wenig mehr Rechenleistung als das bisherige Verfahren. Das ist entscheidend, wenn Wähler ihre Stimme mobil abgeben und das Datenvolumen möglichst niedrig sein soll. Auch die zusätzliche Belastung der Server des Wahlsystems bleibt gering.

Scheinbarer Widerspruch zwischen geheimer und öffentlicher Wahl gelöst durch Polyas Return Code

Der Return Code ist notwendig, um das Wahlgeheimnis bei der Online-Wahl zu wahren. Die abgegebene Stimme wird im Wahlsystem nach wie vor anonymisiert. Der individuell zugewiesene Return Code trägt dem Öffentlichkeitsprinzip der Wahl Rechnung. Die Aufteilung der Stimmabgabe in fünf Schritten erschwert es Angreifern des Wahlsystems erheblich, Manipulationen vorzunehmen, da diese gleich an mehreren Stellen erfolgreich attackieren müssten. Die Online-Wahl bleibt also sicher.

Polyas wurde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. Lesen Sie hier mehr darüber!