Lesen Sie das Interview zur Online-Jugendbeiratswahl der Stadt Traunstein

Nachgefragt … Wir haben mit Florian Langer, Sachgebietsleiter bei der Stadt Traunstein, gesprochen. Er hat die Jugendbeiratswahl 2017 organisiert und ist von der Online-Wahl überzeugt. Im Interview erzählt er, welche Erfahrungen er mit der digitalen Wahl gemacht hat.

Jugendräte leisten einen wichtigen Beitrag bei der Gestaltung von Städten und Kommunen. Welche Aufgaben übernimmt der Jugendrat der Stadt Traunstein konkret?

Der Jugendbeirat der Stadt Traunstein wurde auf Initiative des amtierenden Oberbürgermeisters als demokratisch legitimiertes Gremium eingerichtet. Er berät den Stadtrat und die Verwaltung in allen, die Traunsteiner Jugendlichen betreffenden Angelegenheiten. Er ist für Kinder und Jugendliche, aber auch für Vereine und Verbände, die in der Jugendarbeit engagiert sind, ein überparteiliches und unabhängiges Bindeglied zu Politik und Verwaltung.

Die Stadt Traunstein wählt nun ja schon zum zweiten Mal online, wieso haben Sie sich damals für die Online-Jugendratswahl entschieden?

Wir wollten den Jugendlichen eine möglichst alters- und zeitgerechte, also eine „moderne“ Möglichkeit der Stimmabgabe bieten. Für die Jugendlichen ist der Umgang mit dem Internet längst Alltag, sie alle sind tagtäglich online unterwegs. Ihre Stimme für die Jugendbeiratswahl online abzugeben, empfinden sie nicht als ungewöhnlich. Per Brief zu wählen oder gar in ein Wahllokal zur Stimmabgabe gehen zu müssen ist für sie sicherlich die größere „Hürde“. Die Stimmabgabe im Internet ist also deutlich niedrigschwelliger.

Auch die Stadt profitiert von der Durchführung als Online-Jugendbeiratswahl, etwa weil keine Wahlhelfer benötigt werden und die Wahlergebnisse schneller und einfacher zur Verfügung stehen.

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Welche Veränderungen haben sich durch die Online-Wahl für die Wahlplanung und die Wahldurchführung in Ihrem Hause ergeben?

Die Durchführung der Wahl wurde deutlich vereinfacht und rationalisiert. Es sind weder personalintensive Wahllokale noch eine zeitraubende Stimmauszählung notwendig. Allerdings ist es auch bei der Durchführung einer Online-Wahl so, dass es aufwendige Tätigkeiten in der Vor- und Nachbereitung gibt. Die Online-Jugendbeiratswahl selbst ist aber sicherlich einfacher durchzuführen als eine analoge Wahl.

Wie nehmen die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit der Online-Stimmabgabe bei der Jugendratswahl an?

Wir haben bislang nur positive Rückmeldungen erhalten.

Würden Sie auch Ihre nächste Jugendbeiratswahl wieder online durchführen?

Nach den positiven Erfahrungen mit der Online-Wahl gibt es für uns derzeit keine Gründe, dem digitalen Wahlverfahren den Rücken zu kehren. Vielmehr ist die Online-Wahl ein Teil unserer Vorstellung von moderner, digitaler Verwaltung. Tendenziell kann wohl davon ausgegangen werden, dass digitale Formen der Bürgerbeteiligung in vielen anderen Verwaltungsbereichen Einzug halten werden – nicht nur bei der Jugendbeiratswahl.

About Elisa Utterodt

Egal ob in Österreich, Syrien oder den USA, politische Entscheidungen und Demokratie sind für mich nicht nur in Deutschland von Belang. Vor allem der Einfluss der Digitalisierung auf Kultur und Gesellschaft ist für mich ein spannendes wie aktuelles Thema, über das ich gerne berichte. Wenn ich nicht gerade Zeitung lese oder meine Twittertimeline checke, schaue ich mir zur Entspannung Bundestagsdebatten im Fernsehen an. Seit März dieses Jahres bin ich bei Polyas für die Pflege der Social Media Kanäle zuständig, schreibe Blogartikel und unterstütze das Online-Marketing-Team.

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Digitale Demokratie

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