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Am vergangenen Sonntag, dem 31. März, fand die erste Wahlrunde für das Präsidentenamt in der Ukraine statt. Keiner der drei Spitzenkandidaten konnte die absolute Mehrheit für sich gewinnen, doch Politik-Neuling Wolodymyr Selensky gewann mit großem Vorsprung die erste Wahlrunde.

Zuversicht bei Selensky nach der ersten Wahlrunde in der Ukraine

Insgesamt 39 Kandidaten traten zur Präsidentschaftswahl an. 30 Millionen Wahlberechtigte wurden zur Wahl aufgerufen. Da kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, wird am 21. April eine Stichwahl stattfinden. Nach dem aktuellen Stand der Auszählung gelang es Wolodymyr Selensky ohne jegliche politische Erfahrung, 30,4 Prozent der Wählerstimmen für sich zu gewinnen. Weit hinter ihm liegen Petro Poroschenko mit 16,4 Prozent und Julija Tymoschenko mit 13,1 Prozent.

Selensky, der bislang keine Wahlkampfstrategie im klassischen Sinne verfolgte, gab sich nach der Wahl hoffnungsvoll. Sein Wahlversprechen für die Ukrainer ist ein Leben ohne Korruption. Für viele Ukrainer ist Selensky mehr als nur ein neues Gesicht: Er steht für einen lang ersehnten Neuanfang und ein Aufbegehren gegen eine politische Elite, die viele Wahlversprechen nicht einhalten konnte.

Wahlbeobachter fragen sich jedoch, ob der berühmte Komiker und Seriendarsteller Selensky den politischen Herausforderungen gewachsen ist. Die Ukraine ist wirtschaftlich stark geschwächt und von internationalen Krediten abhängig. Die Krim ist von Russland annektiert und es herrscht Krieg im Osten. Korruption ist allgegenwärtig. Kritische Stimmen meinen, dass nur ein sehr erfahrener Politiker einen Krieg beenden, das Land aus seiner wirtschaftlichen Krise führen und den Ukrainern ein Leben ohne Korruption ermöglichen kann. Zudem wird Selensky Misstrauen wegen seiner Geschäftsbeziehung mit dem Oligarchen Ihor Kolomojsky – Gegner von Poroschenko – entgegengebracht. Denn dieser könnte seine Geschäftsbeziehung zu Selensky für eigene politische Interessen ausnutzen wollen.

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Debatten werden Klarheit bringen

Die Menschen schätzen Selensky wegen seiner Serienrolle als Präsident und seiner Auftritte als Komiker. Ein wesentlicher Grund für seine Beliebtheit sind jedoch die Fehler der anderen Politiker – allen voran Poroschenko. Viele Ukrainer sind enttäuscht vom amtierenden Präsidenten Poroschenko, dem es nicht gelang, einen erfolgreichen Kampf gegen die Korruption im Land zu führen und den Krieg im Donbass zu beenden. Poroschenko, der als Inhaber der Unternehmensgruppe Ukrprominvest zum Milliardär wurde, vertritt mit seinem Image die postsowjetische Machtelite. Trotz des gewachsenen Misstrauens gegen den Präsidenten hat dieser viele Anhänger im Westen der Ukraine, die seine Wahlkampagne unterstützen und daran glauben, dass er die Ukraine im Konflikt mit Russland beschützen kann.

Politik-Neuling oder Amtsinhaber?

Wie Selensky die politischen Probleme konkret angehen will, hat er bislang weder in einem Wahlprogramm noch in Interviews genauer dargestellt. Poroschenko hingegen präsentierte sich mit seiner stark patriotischen Kampagne als alleiniger Bewahrer der ukrainischen Kirche und Kultur vor Russland. Für Julija Tymoschenko war es die dritte Kandidatur für das Präsidentenamt. Sie setzte in ihrem Wahlkampf auf Versprechen und Anschuldigung. So wollte sie die Gaspreise halbieren und bezichtigte Poroschenko des Stimmenkaufs. Zwar stellte Sie auf ihrer Tour durch die Regionen ein umfassendes Wahlprogramm vor, doch fiel sie bei der Wahl hinter Selensky und Poroschenko zurück.

Mit großer Spannung werden nun die entscheidenden Debatten zwischen Selensky und Poroschenko erwartet. Hier wird sich zeigen, ob Selensky überzeugend für seine Vision von einer korruptionsfreien Ukraine mit einem konkreten Fahrplan argumentieren kann. Poroschenko muss den verlorenen Vertrauensvorschuss vieler Wähler aus seiner ersten Amtszeit wiedergewinnen, um seine zweite Amtszeit antreten zu können.

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