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04. 06. 2007 | Sicherheitsanforderungen für Online-Wahlen zertifiziert
Heise Online News
Die Gesellschaft für Informatik (GI) hat das weltweit erste, nach den Common Criteria (CC) zertifizierte Schutzprofil für Online-Wahlen (PDF-Datei) vorgelegt. Das Schutzprofil definiert einen Basissatz von Sicherheitsanforderungen, den jedes Online-Wahlprodukt zumindest erfüllen muß, um einige Arten von Vereinswahlen, Gremienwahlen, etwa in den Hochschulen, im Bildungs- und Forschungsbereich, und insbesondere nicht-politische Wahlen mit geringem Angriffspotenzial sicher durchzuführen. Es ist vom BSI als CC-konform zertifiziert worden.
Die Common Criteria, alias ISO/IEC 15408:2005, sind ein international standardisiertes Verfahren zur Evaluierung der IT-Sicherheit. Schutzprofile dienen im Rahmen der CC-Zertifizierung der Festlegung von Sicherheitszielen aus Anwendersicht und bilden die Grundlage der Produktzertifizierung. Mit ihrer Hilfe können Hersteller von Online-Wahlsystemen ein Prüfinstitut mit der Untersuchung beauftragen, ob ihr Produkt die vorgegebenen Sicherheitsanforderungen erfüllt und sich dies gegebenenfalls bescheinigen lassen.
An der Entwicklung der Sicherheitsanforderungen waren in einem GI-Vorstandsarbeitskreis unter der Leitung des Informatikers Rüdiger Grimm von der Universität Koblenz Vertreter mehrerer Universitäten, des BSI und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt beteiligt. Das Schutzprofil wurde dann im Rahmen eines BSI-Projektes von Melanie Volkamer und Roland Vogt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz formuliert und von der GI als Antragstellerin im Dezember 2006 zur Zertifizierung vorgelegt.
In der Bundesrepublik streben die Kasseler Micromata GmbH mit dem System Polyas sowie T-Systems mit dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten System voteremote die CC-Zertifizierung auf der Grundlage des vorliegenden Schutzprofils an.
(Richard Sietmann)
28.01.2008 Wählen üben
JUGENDLICHE STIMMEN PROBEWEISE ÜBER NEUEN LANDTAG AB
Von Peter Hanack, Frankfurter Rundschau
Es macht den Schülern Spaß, das Wählen auszuprobieren", sagt Claudia Kauter. "Und sie machen im Politik-Unterricht viel interessierter mit, wenn sie selbst über Parteien abstimmen dürfen." Kauter ist Fachbereichsleiterin für die Gesellschaftswissenschaften an der Schillerschule. Zum fünften Mal beteiligt sich das Frankfurter Gymnasium an der Juniorwahl. Rund 300 Schüler und Schülerinnen der Klassen acht bis elf haben sich dazu intensiv mit dem politischen System der Bundesrepublik, mit den Aufgaben von Politikern und der Macht des Volkes auseinander gesetzt. In dieser Woche nun haben sie die Landtagswahl vom Sonntag vorweg genommen und in dem zum Wahllokal umgerüsteten Computerraum der Schule abgestimmt. Das Ergebnis wird am Montagmorgen in der Schule ausgehängt.
Auch wenn die Wahl der Schillerschüler keine Auswirkung auf das Landtagswahl-Ergebnis hat - gespannt sind sie schon, wie es in Hessen und bei ihnen in der Schule ausgeht. Tatsächlich wählen dürfen die 14- bis 17-Jährigen noch nicht, manche halten es auch noch gar nicht für sinnvoll (siehe nebenstehende Aussagen). "Es ist aber ganz deutlich", so Kauter, "dass diese Wahl hier auch das Bewusstsein für die Bedeutung echter Wahlen sehr verstärkt." Dieses Bewusstsein werde auch in die Familien getragen.
In Hessen beteiligen sich rund 5000 Schüler aus 27 Schulen an der Juniorwahl. Die Hertie-Stiftung und die Firma Micromata (Kassel) unterstützen das Projekt.
Weiterführende Informationen
Das Ergebnis der Juniorwahl in Hessen sowie weitere Informationen finden Sie unter www.juniorwahl.de
Frankfurter Rundschau: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen
06.12.2007 DFG Fachkollegien-Wahl
Wahl der DFG Fachkollegien erfolgreich beendet
Von Dr. Eva-Maria Streier
Das vorläufige Ergebnis einer der größten Online-Wahlen in Deutschland liegt vor.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihre erste Online-Fachkollegienwahl 2007 erfolgreich beendet. Vom 5. November, 14 Uhr, bis zum 3. Dezember 2007, 14 Uhr, haben die wahlberechtigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Stimmen über die Besetzung der 594 Plätze der Fachkollegien entschieden.
"Ich bin froh und erleichtert, dass die Online-Wahl so hervorragend funktioniert hat - ein richtiges Nikolaus-Geschenk!", sagte DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner bei der Bekanntgabe des nach der Wahlordnung noch vorläufigen Wahlergebnisses. Dieses ist seit 6. Dezember 2007 auf der DFG-Webseite veröffentlicht.
Die Fachkollegien spielen eine zentrale Rolle in den Verfahren, mit denen die DFG jährlich mehr als 10 000 Anträge von Forscherinnen und Forschern aller Fachgebiete auf finanzielle Förderung begutachtet. Die Arbeit nehmen die neuen Fachkollegien, "gleichsam das Parlament der deutschen Wissenschaft", so Professor Kleiner, mit ihren jeweiligen konstituierenden Sitzungen im Frühjahr 2008 auf.
Mit der Fachkollegienwahl 2007 hat sich das Verfahren der Online-Wahl für die DFG bewährt. Wahlberechtigte konnten weltweit von jedem internetfähigen Rechner wählen. Das System hat während der Wahlfrist und der Auszählung fehlerfrei gearbeitet, die Auszählungsdauer hat sich im Vergleich zur Papierwahl 2003 drastisch verkürzt. Die Fachkollegienwahl 2007 war eine der größten und aufwendigsten Internet-Abstimmungen, die es bislang in Deutschland gab. Dabei haben die 112 Wahlstellen, die für die Durchführung der Wahl in den jeweiligen wissenschaftlichen Einrichtungen zuständig waren, einen großen Anteil am Erfolg der Wahl. Für die nicht an Wahlstellen tätigen Wahlberechtigten, sogenannte Einzelwählende, hat die DFG die Aufgaben einer Wahlstelle wahrgenommen.
Bei der Online-Wahl der Mitglieder der Fachkollegien 2007 haben insgesamt 36 313 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihren elektronischen Stimmzettel mit ihren maximal sechs Stimmen abgegeben. Mit davon 35 811 gültigen Stimmzetteln wurden 207 224 gültige Stimmen online abgegeben, die sich auf 1363 Kandidierende verteilten. Der Anteil der gewählten Wissenschaftlerinnen hat sich im Vergleich zu den letzten Wahlen von 12 auf 16,8 Prozent erhöht.
Weiterführende Informationen
Das vorläufige Wahlergebnis sowie weitere Informationen zur Fachkollegien-Wahl finden Sie unter www.dfg.de/fk-wahl2007.
13.12.2004 GI wählt Präsidium online
Heise Online News - Gesellschaft für Informatik wählte Präsidium erstmals
Die Gesellschaft für Informatik e.V.[1] (GI) hat bei den Wahlen zum Präsidium ihren rund 20.000 Mitgliedern erstmals die Möglichkeit zur Online-Wahl geboten: Daraufhin nahmen 4.845 Stimmberechtigte an der elektronischen Wahl teil, nur noch 81 Personen hätten ihre Stimme per Brief abgegeben, teilt die GI mit. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei die Zahl der insgesamt abgegebenen Stimmen um rund 50 Prozent gestiegen. Ins GI-Präsidium wurden Dr. Roswitha Bardohl, Prof. Dr. Susanne Biundo-Stephan, Prof. Dr. Georg Carle, Carl-Martin Decker, Prof. Dr. Gunter Dueck und Dr. Uwe Dumslaff gewählt.
Die diesjährige Wahl bezeichnet die GI als einen "Pilotversuch", der ein "vertretbares Sicherheitsniveau" erreicht habe. Die Software-Plattform wurde von dem Kasseler Anbieter Micromata[2] bereitgestellt. Das System sei -- insbesondere im Hinblick auf Datenschutzfragen, Manipulations- und Störsicherheit -- von einem Expertenteam bestehend aus Professoren und weiteren Experten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB[3]) begleitet worden, die "national und international zu den herausragenden Fachleuten auf dem Gebiet der Informationssicherheit und elektronischer Wahlsysteme" zählten.
Eine Sprecherin der Gesellschaft für Informatik zieht eine positive Bilanz der ersten Online-Wahl. Manipulationsversuche seien nicht beobachtet worden. Da die GI beabsichtige, die Online-Wahl im kommenden Jahr als Standard-Verfahren einzuführen, müssten noch weitere Sicherheitsmaßnahmen und Tests durchgeführt werden. Um die Anonymität der Wahlberechtigten zu gewährleisten, seien ein getrennter "Wahl-" beziehungsweise "Urnen-Server" erforderlich. Bei der diesjährigen Wahl seien zwar separate Server verwendet worden, doch hätten sich diese im selben Raum befunden. Im nächsten Jahr sollen die Server jedoch an zwei unterschiedlichen Orten stehen und außerdem zu verschiedenen Rechenzentren gehören. Ähnlich Crashtests im Automobilbau sei geplant, die neue Serverarchitektur intensiven "penetration tests" -- konzentrierten Angriffsversuchen -- auszusetzen.
Die Gesellschaft für Informatik betrachtet die Online-Wahl als geeignetes Instrument für andere Vereine und Verbände, die Wahlbeteiligung der Mitglieder zu erleichtern und entscheidend zu erhöhen und zugleich den bürokratischen Aufwand und die Kosten zu reduzieren. Auf der anderen Seite weist die GI ausdrücklich darauf hin, dass elektronische Wahlverfahren dieser Art nicht unmittelbar auf politische Wahlen übertragen werden könnten, da diese ganz anderen Anforderungen genügen müssten. Zum korrekten Ablauf politischer Wahlen sei es auch im Online-Zeitalter erforderlich, dass sich die Bürger in spezielle Wahllokale begäben. Könnten Stimmen von externen Rechnern, also beipsielsweise von zuhause aus, abgegeben werden, sei nicht nachvollziehbar, ob die Stimmabgabe tatsächlich frei und geheim erfolge, betonte die GI-Sprecherin gegenüber heise online. Hingegen halte es die GI für möglich, die Prozedur im Wahllokal zu vereinfachen. Hinreichende Sicherheitsmaßnahmen vorausgesetzt, könnten die Bürger ihre Stimmen an Wahlautomaten abgeben. Auch eröffne die Vernetzung von Wahllokalen Zeit- und Kostenvorteile, um die Stimmergebnisse auszuzählen und zum Wahlleiter zu übertragen.
11.12.2003 D21 mit erster offiziell gültiger Onlinewahl
Heise Online News
Was lange währt, wird endlich gut: Nach über zwei Jahren Vorlaufzeit kann sich die von großen Unternehmen der deutschen IT-Industrie getragene Initiative D21 als erster deutscher Verein feiern, der seinen Vorstand per Internet gewählt hat. Von Samstag bis einschließlich zum gestrigen Mittwoch konnten die 110 Mitglieder online ihre Stimme abgeben. Die Wahl war unter technischen und rechtlichen Aspekten interessanter als das Ergebnis: Von den 26 Kandidaten für den Vorstand wurden alle gewählt.
Der D21-Vorsitzende Erwin Staudt hatte sich in der Vergangenheit schon öfter für eine Online-Demokratie eingesetzt, war aber zunächst daran gescheitert, die Online-Wahl im eigenen Verein einzuführen. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hatte im Sommer 2002 eine entsprechende Änderung der Vereinssatzung für ungültig erklärt. Erst nachdem die Satzung nochmals überarbeitet und unter der Beteiligung des Bundeswahlleiters ein neues Wahlkonzept erarbeitet wurde, konnte die Wahl rechtmäßig stattfinden.
Zum Einsatz kam die Software Polyas der Firma Micromata, die unter anderem schon im Wahlkampf 2002 zur Testwahl unter 60.000 deutschen Schülern genutzt wurde. Jedem Mitglied der Initiative wurde eine Chipkarte samt Kartenleser kostenlos zur Verfügung gestellt. Damit erfüllte der Verein eine gerichtliche Auflage: Die Mitglieder durften nicht zur Anschaffung der benötigten Hardware gezwungen werden. Die Authentifizierung per Chipkarte sollte sicherstellen, dass nur Vereinsmitglieder an der Wahl teilnehmen konnten. Der eigentliche Wahlvorgang wurde dann über einen Browser abgewickelt.
Doch das Gericht hatte weitere Auflagen gestellt. Zusätzlich zur Online-Wahl musste den Mitgliedern die Möglichkeit zu einer Nahwahl gegeben werden. Auch die lief elektronisch ab: Statt einer Wahlurne kam ein Terminal mit Touchscreen zum Einsatz. Dabei durfte auch der Knopf für eine ungültige Stimmabgabe nicht fehlen. Projektpartner war hier das Forschungsprojekt W.I.E.N. -- Wählen in elektronischen Netzwerken, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.
Unter demokratischen Aspekten war die Wahl wenig spannend. Gewählt wurden alle 26 Kandidaten, die sich zur Vorstandsarbeit bereit erklärt hatten. Die Wahlbeteiligung lag nach Abschluss der Onlinewahl über 50 Prozent und war damit deutlich höher als in den Vorjahren. Finanziell gesehen war das Verfahren hingegen ein voller Erfolg. "Durch die Online-Wahlen sparen die D21-Mitglieder grob gerechnet 130.000 Euro nur an Reise- und Personalkosten, die Mühe hat sich also gelohnt", sagte Staudt. Die verbliebenen Kosten beziffert der Verein auf 30.000 Euro.
D21 sieht sich als Vorreiter für viele weitere Online-Wahlen in Deutschland. Besonders überregionale Vereine ohne regionale Bezüge sollen von den Vorteilen der Methode profitieren. Nachahmern will die Initiative Hilfestellungen zur Verfügung stellen, zum Beispiel Muster-Paragraphen für Vereinssatzungen. Ob andere Vereine die gleichen Ersparnisse wie in diesem Pilotversuch realisieren können, bleibt aber abzuwarten.
(Torsten Kleinz) / (jk/c't)
19.02.2002 Jugendliche unter 18 üben wählen
Tagesschau
"Juniorwahl": Jugendliche unter 18 üben wählen
Um der ansteigenden Politikverdrossenheit junger Menschen entgegenzutreten, findet derzeit die erste bundesweite "Juniorwahl" statt. Die Wahl der Jugendlichen unter 18 Jahren wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung ins Leben gerufen und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Johannes Rau. Bei der Übungswahl an 250 Schulen können 60.000 Jugendliche eine Woche lang das Wählen probieren, nachdem sie zuvor im Unterricht z.B. durch Podiumsdiskussionen mit Politikern darauf vorbereitet wurden. Weitere Informationen unter www.juniorwahl.de.
18.09.2002 Schüler wählen online
Heise Online News
Parallel zur Endphase des Wahlkampfs zur Bundestagswahl am 22. September startet eine bundesweite "Juniorwahl". 60.000 Schüler aller Schulformen ab Klasse 7 können in ihren Schulen über das Internet an der simulierten Bundestagswahl teilnehmen. Die Initiative von Kumulus e.V. und der Bundeszentrale für politische Bildung soll Jugendlichen ermöglichen, Demokratie zu üben und zu erlernen. Die Schirmherrschaft für das Projekt trägt Bundespräsident Johannes Rau.
In den vergangenen Wochen haben die Lehrer ihre Schüler mit speziell entwickelten Lehrmaterialien auf die Wahlen vorbereitet. Beim Wahlgang geben die Schüler ihre Wahlbenachrichtigung ab und erhalten dafür eine Transaktionsnummer. Mit dieser können sie dann an speziellen Computern ihre Stimme abgeben. Der Stimmzettel am PC ist dabei eng an den realen Wahlzettel der Bundestagswahl angelehnt. Bei Problemen stehen Mitschüler als Wahlhelfer bereit.
Das System arbeitet auf der Basis von Open-Source-Software wie Linux, Apache/Tomcat und PostgreSQL, ebenfalls die Wahlsoftware der Firma Micromata. Bei der Juniorwahl sollen zwei PCs als Webserver zum Einsatz kommen. Als eigentlicher Wahlserver dient ein PC mit gespiegeltem Festplattensystem. Das System sei so ausgelegt, dass pro Stunde 20.000 Wähler ihre Stimme abgeben könnten, ohne dass es zu längeren Wartezeiten beim Seitenaufbau kommt.
Die Sicherheit der Wahl soll durch SSL-Verschlüsselung und nicht nachträglich manipulierbare Protokolldateien gewährleistet werden. Online-Wahlen für Jugendliche gab es mit dieser Technik bereits 1996 und 1999 in Finnland. Damals nahmen 70.000 Jugendliche teil. Reale Bundestagswahlen per Mausklick sind aber vor allem auf Grund von Sicherheitsbedenken noch Utopie.
Das Gesamtergebnis der Juniorwahl soll am 22. September ab 18:00 Uhr unter www.juniorwahl.de veröffentlicht werden.

